Das Wichtigste in Kürze (TL;DR)
- Es gibt keine bundeseinheitliche Regelung: Jedes Geschäft entscheidet im Rahmen seines Hausrechts selbst über die Mitnahme von Hunden.
- In Lebensmittelgeschäften sind Hunde aus Hygienevorschriften meist verboten.
- IKEA, viele Möbelhäuser und die meisten Baumärkte sind oft hundefreundlich – Ausnahmen gibt es trotzdem.
- Im Café oder Restaurant entscheidet der Inhaber, ob Ihr Hund mit darf.
- Blindenführhunde und Assistenzhunde haben seit dem Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) ein gesetzliches Zutrittsrecht.
- Für Listenhunde gelten je nach Bundesland strengere Auflagen.
In welche Geschäfte dürfen Hunde in Deutschland?
In Deutschland gibt es keine einheitliche bundesweite Regelung zur Mitnahme von Hunden in Geschäfte. Jeder Einzelhändler entscheidet im Rahmen seines Hausrechts selbst, ob er Hunde willkommen heißt oder nicht. Ein Schild an der Tür oder ein kurzer Anruf beim Geschäft schaffen schnell Klarheit, bevor Sie mit Ihrem Hund losziehen.
Sind Hunde im Supermarkt und Lebensmittelgeschäft erlaubt?
Hier ist die Antwort fast immer eindeutig: Hunde verboten. Grundlage sind die Hygienevorschriften der europäischen Verordnung über Lebensmittelhygiene, die direkten Kontakt von Tieren mit unverpackten Lebensmitteln untersagt. Das gilt für Edeka, Rewe, Lidl, Aldi, Kaufland und Co. – auch dann, wenn kleinere Hunde in der Tasche getragen werden.
Auch in Drogerien wie DM, Rossmann oder Drogerie Müller ist die Mitnahme von Hunden in den meisten Filialen nicht gestattet, da dort ebenfalls Lebensmittel und Kosmetika offen liegen. Die Regelung kann jedoch je nach Filialleitung leicht variieren – wer auf Nummer sicher gehen möchte, fragt vor dem Einkauf kurz nach.
Tipp von Santévet: Lassen Sie Ihren Hund im Sommer niemals im Auto zurück, während Sie schnell in den Laden gehen. Schon wenige Minuten reichen für einen lebensgefährlichen Hitzschlag. Auch Anbindeplätze vor dem Geschäft sind nicht ohne Risiko – Hundediebstähle kommen leider immer wieder vor.
Sind in der IKEA Hunde erlaubt? Möbelhaus, XXXLutz, Höffner & Co.
Die Antwort ist eindeutig: Bei IKEA dürfen Hunde grundsätzlich nicht mit ins Geschäft – Ausnahme bleiben Assistenzhunde. Für Hundebesitzer, die trotzdem stöbern möchten, bieten manche Filialen wie IKEA Duisburg oder IKEA Osnabrück bewachte Hundeparkplätze am Eingang an.
Anders sieht es bei vielen anderen Möbelgeschäften aus: XXXLutz, Höffner, Mömax, Poco und Roller erlauben Hunde im Möbelhaus in der Regel an der Leine. Ein Schild an der Tür oder eine Nachfrage am Eingang gibt die nötige Sicherheit, denn einzelne Filialen können davon abweichen.
Hunde im Baumarkt: Obi, Toom, Bauhaus und Hornbach
Baumärkte gehören zu den hundefreundlichsten Geschäften in Deutschland. Hunde im Baumarkt sind bei Obi, Toom, Bauhaus, Hornbach und Thomas Philipps meistens willkommen, solange sie an der Leine geführt werden und sich ruhig verhalten. Auch in benachbarten Gartencentern wie Dehner oder Pflanzen-Kölle ist die Mitnahme von Hunden weit verbreitet.
Manche Filialen stellen sogar Wassernäpfe und Leckerli am Eingang bereit. Ausnahmen gibt es trotzdem – etwa im Lebensmittelbereich mancher Hornbach-Filialen mit Bistro. Achten Sie hier ebenfalls auf das Schild an der Tür.
Bekleidungsgeschäft in Deutschland: Sind bei KiK Hunde erlaubt?
Bei Bekleidungsgeschäften liegt die Entscheidung wieder beim Inhaber. Bei KiK sind Hunde grundsätzlich nicht erlaubt, ebenso wie bei vielen Discount-Ketten wie Tedi oder Action. Andere Marken wie New Yorker, Peek & Cloppenburg, H&M oder Zara handhaben es individuell – in größeren Innenstadtfilialen sind Hunde oft willkommen, in Outlets oder kleineren Standorten eher nicht.
In Spielwarengeschäften wie Smyth Toys ist die Mitnahme von Hunden meist nicht erlaubt, da viele Produkte offen ausliegen. Bei Media Markt und Saturn werden Hunde an der Leine in vielen Filialen geduldet, eine Garantie ist das aber nicht.
Wo dürfen Hunde mit rein? Café, Restaurant und Bistro
Im Café oder Restaurant entscheidet der Wirt. Anders als in Lebensmittelgeschäften gibt es keine gesetzliche Pflicht, ein Hundeverbot auszuhängen. Viele Cafés mit Außenbereich freuen sich über tierische Begleiter – manche stellen sogar Wassernäpfe bereit. In Innenräumen ist die Mitnahme von Hunden seltener möglich.
Wenn Ihr Hund mit darf, sollte er ruhig unter dem Tisch liegen können, nicht bellen und keine anderen Gäste stören. Eine kurze Frage an das Personal vor dem Betreten ist immer ein guter Reflex.
Camping, Hotel und Ferienwohnung mit Hund
Immer mehr Unterkünfte sind hundefreundlich, doch die Regel ist es nicht. Auf Campingplätzen sind Hunde häufig erlaubt – manchmal gegen Aufpreis und mit Leinenpflicht. Bei Hotels und Ferienwohnungen lohnt sich der Blick in die Hausordnung schon bei der Buchung. Wer mehr Inspiration sucht, findet bei Santévet ausführliche Tipps zum Reisen mit Hund.
In Mietwohnungen ist die Lage komplexer: Laut Bundesgerichtshof sind pauschale Tierhaltungsverbote im Mietvertrag unwirksam. Vermieter dürfen die Hundehaltung jedoch im Einzelfall ablehnen, wenn berechtigte Gründe vorliegen – etwa bei einem Listenhund oder bei Allergien anderer Hausbewohner.
Listenhunde: Welche Sonderregeln gelten?
Für sogenannte Listenhunde oder „gefährliche Hunde“ gelten je nach Bundesland strengere Vorschriften. Zwölf der 16 Bundesländer führen Rasselisten, auf denen Rassen wie Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Bullterrier und teils Rottweiler, Dogo Argentino oder Tosa Inu stehen. Wer einen Listenhund halten möchte, muss meist einen Sachkundenachweis, ein Führungszeugnis und eine bestandene Verhaltensprüfung vorlegen.
Im öffentlichen Raum sind Listenhunde in vielen Bundesländern leinen- und maulkorbpflichtig. Auch in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften kann der Zutritt eingeschränkt sein. Welche Auflagen genau gelten, regelt das Landeshundegesetz Ihres Bundeslands.
Hunde in Pflegeheimen und Seniorenresidenzen
Viele Pflegeheime und Seniorenresidenzen öffnen sich heute für die tierischen Begleiter ihrer Bewohner. Die Bedingungen legt jedes Haus selbst in seiner Hausordnung fest: Der Hund muss sozialverträglich sein, geimpft und gut versorgt – und der Bewohner sollte sich selbst um seinen Vierbeiner kümmern können.
Daneben werden Hunde und Katzen zunehmend in Programmen der tiergestützten Therapie eingesetzt. Diese fördern den sozialen Kontakt, die Motorik und das Wohlbefinden älterer Menschen – eine Praxis, die in deutschen Einrichtungen immer mehr Anerkennung findet.
Wo sind Hunde generell verboten?
In folgenden Bereichen ist die Mitnahme von Hunden in Deutschland meist ausgeschlossen:
- Behörden und öffentliche Gebäude wie Rathäuser, Bürgerämter, Finanzämter und Polizeidienststellen,
- Schwimmbäder, Saunen und viele Spielplätze,
- viele öffentliche Parks und Grünflächen mit ausdrücklicher Hundebeschränkung,
- Krankenhäuser und Arztpraxen – mit Ausnahme von Assistenzhunden.
Auch an vielen Stränden sind Hunde in der Hochsaison nicht erlaubt. Außerhalb der Saison öffnen sich einige Küstenabschnitte wieder für die Vierbeiner – informieren Sie sich vor der Anreise bei der jeweiligen Gemeinde.
Ausnahme für Blindenführhunde und Assistenzhunde
Eine zentrale Ausnahme gilt seit dem 1. Juli 2021 für Menschen mit Behinderung: Nach § 12e Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) dürfen Blindenführhunde und Assistenzhunde ihre Halter in alle für die Öffentlichkeit zugänglichen Orte begleiten – vom Supermarkt über das Bekleidungsgeschäft bis ins Restaurant und Möbelhaus. Auch Lebensmittelgeschäfte dürfen den Zutritt nicht verweigern.
Seit dem 1. Januar 2025 müssen Assistenzhunde nach der Assistenzhundeverordnung (AHundV) durch ein sichtbares Abzeichen gekennzeichnet sein, damit ihre Zutrittsrechte problemlos durchgesetzt werden können. Wer den Zutritt eines anerkannten Assistenzhunds verweigert, verstößt gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und kann mit Bußgeldern belegt werden.
Hundehaftpflicht und Hundekrankenversicherung
Wenn Ihre Fellnase unterwegs einen Schaden verursacht – eine umgeworfene Vase im Möbelhaus, ein zerkratzter Boden im Hotel – springt die Hundehaftpflichtversicherung ein. In manchen Bundesländern ist sie für Hundehalter sogar gesetzlich vorgeschrieben. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel zu den Kosten der Hundehaftpflicht.
Davon zu unterscheiden ist die Hundekrankenversicherung, die Tierarztkosten bei Krankheit und Unfall erstattet. Wer auch seine Katze gut absichern möchte, findet bei Santévet passende Tarife. Einmal versichert, bleibt Ihr Tier durch die Leistungen von Santévet lebenslang abgesichert.
Tipp von Santévet: Bereiten Sie Ihren Hund auf Ausflüge gut vor. Üben Sie das ruhige Verhalten an der Leine, packen Sie Wassernapf, Kotbeutel und ein Spielzeug ein – so wird der Einkauf für Mensch und Hund zur entspannten Erfahrung.
In welche Geschäfte Hunde in Deutschland dürfen, hängt vom Geschäftstyp, vom Inhaber und teils vom Bundesland ab. Während Lebensmittelgeschäfte fast immer tabu sind, zeigen sich Baumärkte und viele Möbelhäuser hundefreundlich. Mit einem ruhigen, gut erzogenen Hund und einer kurzen Nachfrage am Eingang gelingt der Einkauf mit Hund fast überall reibungslos – und Assistenzhunde dürfen ohnehin immer mit.