Manche Hunde reiten auf Artgenossen, Kuscheltieren oder sogar auf menschlichen Beinen auf – ein Verhalten, das viele Halter:innen verunsichert. Das Aufreiten beim Hund hat dabei selten nur eine einzige Ursache. In den meisten Fällen steckt eine Mischung aus Hormonen, Stress oder fehlender Erziehung dahinter. Wir zeigen Ihnen, was Sie zum Rammeln bei Hunden wissen müssen und wie Sie das Verhalten in den Griff bekommen.

Was bedeutet Aufreiten beim Hund?
Aufreiten – umgangssprachlich auch Rammeln genannt – ist ein normales Hundeverhalten und nicht automatisch sexuell motiviert. Je nach Situation steckt eine andere Ursache dahinter:
- Sexuelles Verhalten: Intakte Rüden reagieren stark auf hormonelle Signale, besonders in der Nähe einer läufigen Hündin. Auch Hündinnen können während ihres Zyklus aufreiten.
- Stress und Übersprungshandlung: In einer aufregenden Situation oder bei Überforderung greifen viele Hunde zum Aufreiten, um innere Spannung abzubauen.
- Spiel und Aufregung: Im Spiel mit Artgenossen ist das Rammeln bei Hunden häufig ein schlichtes Zeichen von Übermut – solange das Gegenüber nicht bedrängt wird.
- Imponierverhalten und Dominanz: Manche Hunde nutzen das Aufreiten, um Stärke zu zeigen, ohne sexuelle Absicht. Mehr zur Körpersprache und zum Dominanzverhalten lesen Sie in unserem Ratgeber.
- Aufmerksamkeit oder Langeweile: Wer mit Schimpfen oder Lachen reagiert, verstärkt das Verhalten ungewollt – der Hund lernt, dass er so im Mittelpunkt steht.
Ab welchem Alter reiten Hunde auf?
Erste Anzeichen treten meist in der Pubertät auf, also zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat. Welpen rammeln dagegen vor allem im Spiel oder als Übersprungshandlung – mit Sexualität hat das in diesem Alter noch nichts zu tun. Bei vielen Hunden lässt das Verhalten nach der Pubertät von allein wieder nach, sobald sich die Hormone einpendeln.

Soll man Hunde aufreiten lassen?
Gelegentliches Rammeln bei Hunden untereinander ist normal und kein Grund zur Sorge. Eingreifen sollten Sie immer dann, wenn das Verhalten zwanghaft wird, das Gegenüber sichtbar gestresst reagiert oder Ihr Hund Menschen am Bein aufreitet.
Wie gewöhne ich meinem Hund das Aufreiten ab?
Mit ein paar konsequenten Schritten lässt sich das Verhalten meist zuverlässig kontrollieren:
- Ursache klären: Beobachten Sie, in welchen Momenten Ihr Hund aufreitet. Daraus ergibt sich der passende Trainingsansatz.
- Tierarzt einbeziehen: Hormonstörungen oder gesundheitliche Probleme können das Verhalten verstärken. Bei intakten Rüden kann auch eine Kastration (250 bis 500 €) das Aufreiten reduzieren – eine Garantie ist sie jedoch nicht.
- Verhalten unterbrechen, nicht belohnen: Lenken Sie Ihren Hund mit einem klaren Kommando oder einem bekannten Spielzeug ab, sobald er ansetzt. Ignorieren Sie das Aufreiten anschließend bewusst, statt es mit Aufmerksamkeit zu belohnen.
- Auslöser vermeiden: Reduzieren Sie überfordernde Situationen und sorgen Sie für ausreichend Bewegung sowie Kopfarbeit, damit Ihr Hund mit klarem Kopf durch den Alltag geht.
- Profis hinzuziehen: Hält das Verhalten an, hilft eine verhaltensmedizinische Beratung (80 bis 180 €). Die Kosten dafür werden im Rahmen der Hundekrankenversicherung von Santévet erstattet. Einmal versichert, ist Ihr Hund lebenslang durch die Garantien von Santévet abgesichert.
Bleiben Sie geduldig und konsequent – jeder Hund lernt in seinem eigenen Tempo.
Santévet — Europäischer Spezialist für Tierkrankenversicherungen
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