Das Wichtigste in Kürze (TL;DR):
- Die beliebtesten Katzenrassen mit langem Fell sind Perserkatze, Maine Coon, Britisch Langhaar, Ragdoll und die seltene Deutsch Langhaar.
- Die meisten Langhaarkatzen benötigen mehrmals wöchentliches bis tägliches Bürsten gegen Verfilzungen und Haarballen.
- Der Kaufpreis liegt je nach Rasse zwischen 500 und 2.000 Euro, zuzüglich laufender Kosten für Pflege, Futter und Tierarzt.
Welche Langhaarkatzenrassen gibt es?
Weltweit gibt es zahlreiche anerkannte Langhaarrassen – von der jahrhundertealten Perserkatze bis zur seltenen deutschen Eigenzüchtung. Die folgende Übersicht stellt die bekanntesten vor.
Perserkatze – die bekannteste Langhaarkatze
Die Perserkatze gilt als die klassische Langhaarkatze – ihr dichtes, seidiges Fell und die runde Kopfform sind kaum zu verwechseln. Perser sind ruhig, anhänglich und eher für die Wohnungshaltung geeignet. Wegen der dichten Unterwolle ist tägliches Bürsten Pflicht, sonst verfilzt das Fell schnell.

Britisch Langhaar – sanfter Charakter und wenig bürsten
Die Britisch Langhaar ist die langhaarige Variante der Britisch Kurzhaar und entstand durch das rezessive Langhaar-Gen. Sie gilt als ausgeglichen und vergleichsweise pflegeleicht – ein- bis zweimaliges Bürsten pro Woche genügt meist. Mehr zur Britisch-Langhaar-Katze im ausführlichen Rasseporträt.
Maine Coon, Ragdoll, Heilige Birma & Co.
Auch diese Rassen tragen langes oder halblanges Fell:
• Maine Coon: kräftig, mit buschigem Schwanz und Haarbüscheln an den Ohren
• Ragdoll: groß, sehr verschmust, seidiges halblanges Fell
• Heilige Birma: halblanges Fell, wenig Unterwolle, vergleichsweise pflegeleicht
• Sibirische Katze: dreischichtiges Fell, robust, häufig als hypoallergen beschrieben
• Norwegische Waldkatze : wasserabweisendes Deckhaar, für kalte Klimazonen gezüchtet
• Selkirk Rex: halblange Variante mit dichtem, gelocktem Fell und sanftem Wesen
Mehrere dieser Rassen gelten als vergleichsweise hypoallergen – einen Überblick über alle hypoallergenen Katzenrassen bietet unser Ratgeber.
Deutsch Langhaar – die seltene deutsche Katze

Die Deutsch Langhaar (DLH) ist die einzige in Deutschland entstandene Langhaarkatzenrasse. Sie geht auf Zuchtbemühungen der 1920er-Jahre zurück, geriet nach dem Zweiten Weltkrieg fast in Vergessenheit und wurde erst 2012 von der WCF offiziell anerkannt. Mit geschätzt nur rund 450 eingetragenen Tieren zählt sie zu den seltensten Katzenrassen überhaupt. Laut WCF-Standard ist sie groß, muskulös und rechteckig gebaut, mit langem, anliegendem Fell und Halskrause; die Grundfarben sind Schwarz und Rot (rote Katzenrassen). Ihr Wesen gilt als unkompliziert und menschenbezogen.
| Merkmal | Angabe |
| Ursprungsland | Deutschland |
| Fell | lang, anliegend, mit Halskrause, alle Farben |
| Gewicht | ca. 3,5–6 kg |
| Lebenserwartung | 12–16 Jahre |
| Anerkennung | WCF (seit 2012) |
Wer das Alter seiner Katze besser einschätzen möchte, findet Umrechnungstabellen zum Katzenalter in Menschenjahren in unserem Ratgeber.
Türkisch Angora – seidiges Fell
Die Türkisch Angora stammt aus der Region um Ankara und zählt zu den ältesten Langhaarrassen. Anders als Perser oder Maine Coon besitzt sie kaum Unterwolle – ihr seidiges, einlagiges Fell neigt deshalb deutlich weniger zum Verfilzen. Die Tiere sind aktiv, verspielt und sehr menschenbezogen, häufig in reinem Weiß mit blauen, gelben oder ungleichfarbigen Augen.
Europäische Langhaarkatze und Orientalisch Langhaar
Nicht jede Katze mit langem Fell ist eine Rassekatze: Auch bei Hauskatzen ohne Stammbaum kommt das rezessive Langhaar-Gen vor – das Ergebnis sind fluffige Mischlingskatzen mit langem Fell in verschiedenen Farben. Sie benötigen dieselbe Fellpflege wie ihre reinrassigen Verwandten, sind dabei aber oft gesundheitlich weniger vorbelastet. Im Tierheim finden sich häufig passende Tiere.
Eine Sonderform ist die Orientalisch Langhaar, die langhaarige Variante der Orientalisch-Kurzhaar-Katze – schlank, kommunikativ und mit feinem Fell, das deutlich weniger Pflege benötigt.
Was kostet eine Langhaarkatze? Budget im Überblick

Neben dem Kaufpreis fallen weitere, oft unterschätzte Kosten an. Die folgende Übersicht hilft bei der Budgetplanung.
Anschaffungskosten
| Rasse | Kaufpreis (EUR) | Besonderheit |
| Perserkatze | 600–1.500 | Je nach Pedigree |
| Maine Coon | 800–2.000 | Teils mehr für Show-Qualität |
| Britisch Langhaar | 400–1.500 | Tierheim bereits ab 200 EUR |
| Ragdoll | 800–1.500 | Hohe Nachfrage |
| Türkisch Angora | 500–1.200 | Wenige Züchter in Deutschland |
| Deutsch Langhaar | 600–1.000 | Sehr wenige Züchter, lange Wartezeit |
| Mix/Tierheim mit langem Fell | 50–200 | Oft bereits kastriert und geimpft |
Tierarztkosten ohne Versicherung
Auch ohne akute Erkrankung fallen regelmäßige Kosten an:
| Leistung | Kosten (EUR) | Hinweis |
| Erstausstattung (Chip, Grundimmunisierung) | 150–300 | Einmalig |
| Jahreskontrolle | 60–120 | Jährlich |
| Kastration/Sterilisation | 150–400 | Je nach Geschlecht und Gewicht |
| Zahnreinigung | 150–350 | Bei Bedarf |
| Behandlung bei Hautirritation/Verfilzung | 80–300 | Häufiger bei dichter Unterwolle |
| Herzultraschall (Risikorassen) | 100–200 | Z. B. Maine Coon, Sibirische Katze |
Laufende Unterhaltskosten
| Kostenposition | Monatlich (EUR) | Hinweis |
| Katzenstreu | 10–25 | Klumpstreu empfohlen |
| Fellpflege (Bürsten, Entfilzungsspray) | 5–15 | Höher bei Persern |
| Spielzeug & Kratzbaum | 5–15 | – |
| Katzenkrankenversicherung | ab ca. 15 | Rasse- und altersabhängig |
Tipp von Santévet: Für Langhaarkatzen empfiehlt sich feine, klumpende Katzenstreu – sie bindet Haare gut und hält die Toilette zuverlässig sauber.

Kosten fürs Futter
| Futterkategorie | Monatlich (EUR) | Empfehlung |
| Nassfutter (Premium) | 20–40 | Mind. 50 % der Ration |
| Trockenfutter | 10–20 | Als Ergänzung |
| Malzpaste gegen Haarballen | 3–8 | Unterstützt die Verdauung |
| Gesamt | 30–60 | Je nach Größe und Aktivität |
Wie pflegt man das Fell einer Langhaarkatze richtig?
Die tägliche Pflege des Fells ist bei Langhaarkatzen ein Muss. Rassen mit dichter Unterwolle wie Perser oder Maine Coon sollten täglich gebürstet werden, robustere Rassen wie Britisch Langhaar oder Heilige Birma kommen mit ein- bis zweimaligem Bürsten pro Woche aus. Bewährt haben sich ein grobzinkiger Kamm sowie ein Furminator, besonders während des Fellwechsels.
Verfilzungen, die sich nicht mehr lösen lassen, sollten niemals selbst herausgeschnitten werden – hier helfen Tierarzt oder professionelle Groomer. Eine vollständige Schur ist nur unter Narkose möglich und bleibt Ausnahmefällen wie starker Verfilzung vorbehalten.
Expertenzitat: „Die meisten Haarballen treten während des Fellwechsels auf. Da Langhaarkatzen deutlich häufiger Trichobezoare entwickeln, ist regelmäßiges Bürsten bei ihnen nicht nur während des Fellwechsels, sondern das ganze Jahr über sinnvoll.“ — Dr. Hölter Tierärzteteam
Welche Langhaarkatze ist pflegeleicht?
Generell gilt: Je weniger Unterwolle, desto pflegeleichter das Fell. Heilige Birma und Sibirische Katze verfilzen seltener, ebenso Britisch Langhaar und Türkisch Angora. Am pflegeintensivsten sind Perser und Maine Coon: Hier ist tägliches Bürsten notwendig.
Häufig gestellte Fragen zu Langhaarkatzen

Welche Langhaarkatzenrassen gibt es?
Zu den bekanntesten Langhaarkatzenrassen zählen Perserkatze, Maine Coon, Britisch Langhaar, Ragdoll, Heilige Birma, Sibirische Katze, Norwegische Waldkatze, Türkisch Angora und die seltene Deutsch Langhaar. Auch Hauskatzen ohne Stammbaum tragen häufig das Langhaar-Gen.
Viel Bürsten: Welche Langhaarkatze ist pflegeleicht?
Als vergleichsweise pflegeleicht gelten Rassen mit wenig Unterwolle wie Heilige Birma, Sibirische Katze und Türkisch Angora. Perser und Maine Coon benötigen dagegen tägliche Fellpflege.
Wie heißen die Katzen mit langem Fell?
Katzen mit langem Fell werden allgemein als Langhaarkatzen bezeichnet, im Rassestandard auch als „Longhair“ oder „LH“. Zu den bekanntesten Rassen zählen Perserkatze, Maine Coon und Britisch Langhaar; auch Hauskatzen ohne Stammbaum werden umgangssprachlich so genannt.
Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen nur der allgemeinen Information und ersetzen keine Untersuchung oder Beratung durch einen Tierarzt.
Quellen:
https://herz-fuer-tiere.de/haustiere/katzen/katzenrassen/10-beliebte-langhaarkatzen
Kehler, J. S. et al. (2007): Four Independent Mutations in the Feline Fibroblast Growth Factor 5 Gene Determine the Long-Haired Phenotype in Domestic Cats. Journal of Heredity, 98(6), 555–566. DOI: https://doi.org/10.1093/jhered/esm072
Dr. Hölter Tierärzteteam – Was tun gegen Haarballen bei Katzen?: https://www.drhoelter.de/tierarzt/ernaehrungsinfos/was-tun-gegen-haarballen-bei-katzen.html
Santévet
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