Das Wichtigste in Kürze (TL;DR):
- Ursprung: Bretagne, Frankreich – FCI-Gruppe 7 (Vorstehhunde)
- Charakter: sanft, lebhaft, familiär, stark bewegungsorientiert
- Typische Erkrankungen: Hüftdysplasie, Ohreninfektionen, Spinale Muskelatrophie
Herkunft des Bretonischen Spaniels
Der Bretonische Spaniel stammt aus dem Herzen der Bretagne und war dort als „Chien d’Argoat“ bekannt. Im 19. Jahrhundert entstand die Rasse durch Kreuzungen bretonischer Bauernhunde mit englischen Jagdhunden wie Springern und Pointern. 1908 wurde der erste Rassestandard offiziell verabschiedet, 1954 erkannte die FCI die Rasse als Nr. 95 in Gruppe 7 an. Heute ist der Épagneul Breton die meistverbreitete französische Jagdhundrasse.

Temperament und Wesen des Epagneul Breton
Der Bretonische Spaniel ist sanft, lebhaft und gelehrig – ein leidenschaftlicher Jäger, der zugleich ein herzlicher Familienhund ist. Er ist kinderfreundlich und verträgt sich gut mit anderen Hunden, benötigt aber wegen seines ausgeprägten Bewegungsdrangs tägliche Auslastung und mag keine längere Isolation. Positive, konsequente Erziehung ist wichtig; Hundeerfahrung ist trotz des ausgeglichenen Charakters von Vorteil.
Körperliche Merkmale der französischen Jagdhunde
Der Bretonische Spaniel ist kompakt und kräftig gebaut, mit breiter Brust und geradem Rücken. Charakteristisch ist sein Schwanz: Gemäß FCI-Standard Nr. 95 wird er hoch getragen und ist von Natur aus kurz – oder fehlt gänzlich (angeborene Rutenlosigkeit, franz.: „queue courte naturelle“). Das Fell ist fein und halblanghaarig, die Augen harmonieren farblich mit der Robe.
Rassegruppe des Breton
Der Bretonische Spaniel gehört laut FCI-Standard Nr. 95 zur Gruppe 7 (Vorstehhunde), Sektion 1.2 – Kontinentale Vorstehhunde vom Spaniel-Typ. Er ist damit verwandt mit dem Épagneul Français und dem Épagneul Picard, unterscheidet sich jedoch durch seine kompakte Größe und die natürlich kurze Rute.
Vor dem Kauf: Was kostet ein Bretonischer Spaniel?

Anschaffungskosten für einen Welpen beim Züchter
Ein Welpe aus seriöser VDH-Zucht kostet 800 bis 1.400 Euro. Herkunft, Gesundheitsnachweise und Zuchtzulassungen der Elterntiere beeinflussen den Preis.
Tipp von Santévet: Da der Bretonische Spaniel zur HCSMA neigt, sollten Käufer vor dem Kauf eines Welpen unbedingt Zuchtnachweise der Elterntiere einfordern. Seriöse Züchter legen entsprechende Testergebnisse transparent vor. Im Zweifel hilft der Club für Bretonische Vorstehhunde e.V. bei der Vermittlung geprüfter Züchter.
Tierärztliche Kosten ohne Versicherung
Typische Tierarztkosten im Überblick:
| Tierärztliche Leistung | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Impfung (jährlich) | 60–100 € |
| Antiparasitäre Behandlung | 15–30 €/Monat |
| HNO-Untersuchung (Ohren) | 50–150 € |
| Röntgen Hüftdysplasie | 100–400 € |
| Operation Hüftdysplasie | 500–1.000 € |
| Allgemeine Untersuchung | 50–80 € |
| Kastration/Sterilisation | 200–500 € |
Unterhaltskosten im neuen zu Hause
Jährliche Kosten (Auswahl):
- Hundesteuer: 60–150 €/Jahr
- Haftpflichtversicherung: ab 50 €/Jahr
- Pflegezubehör: 40–80 €/Jahr
- Hundeschule/Training: 150–400 €
Wie viel kostet das Füttern des Breton Spaniels?
Die Futterkosten variieren je nach Qualitätsstufe:
| Futterart | Jahresbudget (geschätzt) |
|---|---|
| Einstiegsfutter (Trockenfutter) | 200–300 €/Jahr |
| Standard-Markenfutter | 300–450 €/Jahr |
| Premium-Trockenfutter | 450–650 €/Jahr |
| BARF/Frischfütterung | 700–1.200 €/Jahr |
Achten Sie auf eine gute Verträglichkeit. Falsches Futter kann bei Ihrem Hund zu Verstopfung führen.
Gesundheit und Erkrankungen

Der Bretonische Spaniel gilt als robuste Rasse mit einer Lebenserwartung von 13 bis 15 Jahren. Dennoch gibt es rassetypische Erkrankungen:
- Hüftdysplasie (HD): Wie bei vielen mittelgroßen Jagdhunden kann HD auftreten. Regelmäßige Röntgenkontrollen und ein gesundes Körpergewicht helfen, das Risiko zu minimieren.
- Ohreninfektionen: Die hängenden Ohren der Hunde begünstigen Feuchtigkeitsstau. Wöchentliche Reinigung ist empfohlen.
- Spinale Muskelatrophie (SMA): Die Hereditäre Canine Spinale Muskelatrophie (HCSMA) ist eine Motoneuronerkrankung, die beim Bretonischen Spaniel als autosomal-dominante Erbkrankheit vorkommt. Sie äußert sich im Welpenalter durch fortschreitende Muskelatrophie der Rückenmuskeln, später durch Paresen bis hin zu Paralysen. Je nach Genotyp verläuft die Erkrankung beschleunigt (homozygot) oder langsamer (heterozygot). Ein verantwortungsvoller Züchter führt vor der Verpaarung entsprechende Zuchttests durch.
Expertenzitat: „Zuchtstudien an mehr als 125 Tieren haben einen autosomal-dominanten Erbgang für HCSMA belegt. Homozygote Welpen entwickeln eine beschleunigte Verlaufsform, während heterozygote Tiere intermediäre oder chronische Krankheitsverläufe zeigen.“ – Sack GH Jr et al. 1984
Pflege und Haltung
Das halblanghaarige Fell ist pflegeleicht: Tägliches sanftes Bürsten – besonders an Ohren und Beinen – beugt Verfilzungen vor. Ohren, Augen, Krallen und Zähne sollten regelmäßig kontrolliert werden. Da die hängenden Ohren Feuchtigkeitsstau begünstigen, empfiehlt sich eine wöchentliche Ohrenkontrolle.
Der Bretonische Spaniel ist kein Wohnungshund. Er hat eine hervorragende Nase und benötigt täglich ein bis zwei Stunden intensive Beschäftigung: Sucharbeit, Apportiertraining oder Agility. Ideal ist ein aktiver Halter mit Zugang zu Grünflächen oder Wald.
Häufige Fragen zum Bretonischen Spaniel
Ist der Bretonische Spaniel ein guter Familienhund?
Ja. Mit ausreichend Bewegung und Gesellschaft ist er ein hervorragender Familienhund.
Ist der Bretonische Spaniel für Anfänger geeignet?
Bedingt. Sein hoher Bewegungsbedarf und seine Sensibilität erfordern konsequente, liebevolle Erziehung. Hundeerfahrung ist von Vorteil.
Wie ist der Charakter eines Bretonischen Spaniels?
Lebhaft, gelehrig und anhänglich. Er bellt wenig und eignet sich als Jagd- wie Begleithund.
Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen nur der allgemeinen Information und ersetzen keine Untersuchung oder Beratung durch einen Tierarzt.
Quellen
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ana.410150411
https://www.fci.be/nomenclature/standards/095g07-en.pdf
https://www.fressnapf.de/magazin/hund/rassen/epagneul-breton
Santévet
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Fotos : Pexels
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