Das Wichtigste in Kürze (TL;DR):
- Schwarze Katzen sind keine eigene Rasse, sondern können bei vielen Katzenrassen vorkommen.
- Sie gelten als robust, anhänglich und sozial.
- Trotz ihres liebevollen Wesens werden sie wegen alter Vorurteile im Tierheim oft langsamer adoptiert.
Was macht die schwarze Katze so besonders?
Schon auf den ersten Blick fasziniert die schwarze Katze:
- Optik: Ihr glänzendes, tiefschwarzes und weiches Fell lässt goldgelbe oder kupferfarbene Augen besonders intensiv wirken.
- Genetik: Die Schwarzfärbung ist genetisch bedingt und macht schwarze Katzen biologisch interessant.
- Stärke: Forschende vermuten, dass bestimmte Mutationen mit einer erhöhten Robustheit gegenüber Krankheiten zusammenhängen könnten.
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Die Genetik des schwarzen Fells

Die Schwarzfärbung des Katzenfells, auch Melanismus, entsteht durch eine bestimmte Genkombination. Am Agouti-Locus sorgt die rezessive Variante dafür, dass Tabby-Muster überdeckt werden – Streifen oder Flecken sind dann höchstens im Sonnenlicht noch leicht sichtbar.
Weitere Gene beeinflussen die Farbwirkung: Eine Verdünnung kann bei Nachkommen graues oder blaues Fell hervorbringen. Weiße Flecken, etwa an der Brust, gehen auf das Weiß-Flecken-Gen zurück und könnten sich historisch begünstigt haben, weil Katzen mit weißen Abzeichen weniger stark mit Aberglauben belastet waren.
Rassen mit schwarzem Fell
Die Cat Fanciers’ Association (CFA) erkennt insgesamt 22 Katzenrassen an, bei denen schwarzes Fell im Rassestandard vorgesehen ist. Die bekanntesten Vertreter im Überblick:
Bombay-Katze: Mini-Panther mit roten Reflexen
Die Bombay ist die einzige Rasse, bei der ausschließlich tiefschwarzes Fell – von der Haarwurzel bis zur Haarspitze – dem Rassestandard entspricht. Pfotenballen und Nasenspiegel sind ebenfalls schwarz, die Augen leuchten in einem intensiven Kupferton. Ihr Fell hat eine samtige, fast lackhafte Qualität, die selbst bei direktem Sonnenlicht keine rötlichen oder bräunlichen Reflexe zeigt.
Europäischer Kurzhaar – die größte Gruppe
Die häufigste schwarze Katze überhaupt. Mit athletischer Statur, kurzem und dichtem Fell sowie goldenen bis kupferfarbenen Augen ist der Europäische Kurzhaar ein klassisch eleganter Begleiter. Bisweilen trägt er einzelne weiße Haare am Brustkorb – ein genetisches Erbe der mittelalterlichen Selektionsgeschichte. Besonders robust und anpassungsfähig, eignet er sich als Wohnungskatze ebenso wie für als Freigänger.
Schwarze Langhaarkatze: Maine Coon
Auch als reinschwarze Variante erhältlich. Mit einem Gewicht von bis zu 10 kg gehört die Maine Coon zu den weltweit größten Hauskatzenrassen. Ihr langes, seidiges Fell benötigt wöchentliche Pflege; das schwarze Fell der Maine Coon wirkt durch die Fülle und Länge besonders eindrucksvoll. Temperamentmäßig gilt sie als sanfter Riese – geduldig, verspielt und familiär.
Perserkatze
Schwarze Perserkatzen verbinden das üppige, voluminöse Langfell der Rasse mit dem mystischen Charme des dunklen Fells. Die charakteristisch flache Nase und die ausdrucksstarken, runden Augen geben ihr ein unverwechselbares Gesicht. Tägliche Fellpflege ist bei dieser Rasse unerlässlich. Ihr Wesen ist ruhig, häuslich und tiefgründig anhänglich.
Scottish Fold und Orientalisch Kurzhaar
Die Scottish Fold mit ihren markant umgeklappten Ohren ist in Schwarz eine seltene und gesuchte Kombination. Die Orientalisch Kurzhaar wiederum beeindruckt durch ihre langgestreckte, schlanke Silhouette und übergroße Ohren – ihr schwarzes Fell unterstreicht das elegante, katzenartige Erscheinungsbild. Beide Rassen sind lebhaft und kommunikativ.
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Charakter & Wesen von schwarzen Katzen

Anhänglich und beschützend
Schwarze Katzen sind unabhängig von ihrer Rasse für ihr besonders inniges Verhältnis zu ihren Haltern bekannt. Sie bauen starke emotionale Bindungen auf, folgen ihrem Menschen gern durchs Haus und suchen abends die körperliche Nähe. Wer eine schwarze Katze hält, erlebt ein Tier, das aufmerksam beobachtet, mitfühlt und auf Stimmungen reagiert. Lange Schnurrphasen, Knetverhalten an Decken oder Kissen und das typische Beschleichen der Lieblingsperson gehören zum Repertoire.
Sozialverhalten gegenüber anderen Tieren
Gegenüber Artgenossen und auch gegenüber Hunden verhalten sich schwarze Katzen überwiegend ausgeglichen. Bei sorgfältiger und schrittweiser Eingewöhnung entstehen nicht selten dauerhafte Freundschaften zwischen schwarzen Katzen und anderen Haustieren. Ihre Anpassungsfähigkeit macht sie sowohl für ruhige Einzelhaushalte als auch für lebhafte Familiensituationen geeignet.
Tipp von Santévet: Schwarze Katzen entfalten ihr Jagdverhalten besonders eindrucksvoll bei Dämmerlicht – ihre Wahrnehmung in der Dämmerung ist außergewöhnlich scharf. Abendliche Spielsessions mit Angelrute oder Laserpointer stärken nicht nur Körper und Instinkt, sondern intensivieren die Mensch-Tier-Bindung spürbar.
Symbolik, Geschichte & Kultur
Kaum ein Tier ist kulturhistorisch so widersprüchlich aufgeladen wie die schwarze Katze. Im alten Ägypten wurde sie als heilig verehrt und mit der Göttin Bastet verbunden. Im mittelalterlichen Europa dagegen galt sie als Symbol für Hexerei und den Teufel – besonders während der Hexenverfolgungen vom 15. bis 17. Jahrhundert.
Bis heute wirkt dieser Aberglaube nach: In Teilen Europas gilt die schwarze Katze als Unglücksbote, während sie in Großbritannien, Irland und Japan als Glücksbringer gesehen wird. In manchen Regionen Deutschlands bringt eine Katze, die von links nach rechts die Straße überquert, sogar Glück.
In der Popkultur haben schwarze Katzen längst einen festen Platz gefunden:
- in Edgar Allan Poes Kurzgeschichte „Die schwarze Katze“
- als sardonischer Salem aus der Serie „Sabrina“
- als Luna aus dem Manga „Sailor Moon“
- als Kunst- und Kulturikone durch das Pariser Kabarett Le Chat Noir, dessen berühmtes Plakat von Théophile Steinlen die schwarze Katze zur Ikone der Bohème machte und bis heute zu den meist reproduzierten Kunstdrucken zählt.
Schwarze Katzen im Tierheim – was die Forschung zeigt
Trotz ihres liebenswürdigen Wesens sind schwarze Katzen in Tierheimen mit einem strukturellen Problem konfrontiert: Sie werden seltener und langsamer adoptiert als Katzen anderer Fellfarben. Eine wissenschaftliche Studie der Colorado State University (Kogan, Schoenfeld-Tacher & Hellyer, 2013), veröffentlicht im Open Veterinary Science Journal, untersuchte Adoptionsdaten aus zwei Tierheimen und stellte fest, dass schwarze Katzen – unabhängig von Alter und Geschlecht – die längste Verweildauer aller Fellfarben aufwiesen. Auch die Kombination aus Schwarz und anderen Farben schnitt schlechter ab als rein andersfarbige Katzen.
Expertenzitat: „Bereits wenige zusätzliche Tage im Tierheim haben ernste Folgen für die Gesundheit und das weitere Schicksal einer untergebrachten Katze. Tage zählen.“ — Kogan et al., 2013
Fellpflege: Lang- oder Kurzhaarkatze?
Der Pflegeaufwand hängt stark von der Rasse ab. Kurzhaartiere wie Europäisch Kurzhaar oder Bombay kommen mit einem zweimal wöchentlichen Bürsten aus – das entfernt abgestorbene Haare und erhält den charakteristischen Glanz. Bei Langhaarrassen wie Perser oder Maine Coon ist tägliche Pflege unerlässlich, um Verfilzungen zu vermeiden.
Lebenserwartung
Schwarze Katzen ohne Rasseabstammung – also Europäische Hauskatzen – erreichen bei guter Pflege und regelmäßiger tierärztlicher Vorsorge im Durchschnitt 12 bis 18 Jahre. Reinrassige Tiere können rassebedingte Erkrankungen mitbringen: Bei der Perser-Katze etwa Atemprobleme durch die flache Nase, bei der Scottish Fold Gelenkprobleme durch die Genmutation, die auch für die charakteristischen Ohren verantwortlich ist.
Mit einer Katzenkrankenversicherung können Sie sich gegen viele Risiken absichern.
Anschaffungskosten: Baby-Katzen oder Tierheim?
Je nach Herkunft variieren die Kosten erheblich. Eine Adoption aus dem Tierheim ist nicht nur günstiger, sondern rettet ein oft schwer vermittelbares Tier aus einer belastenden Situation.
| Position | Kosten |
| Adoption aus dem Tierheim (inkl. Impfungen & Sterilisation) | 50–200 € |
| Bombay vom Züchter (CFA/LOOF-anerkannt) | 1.000–2.000 € |
| Maine Coon/Perser, schwarz, vom Züchter | 800–1.500 € |
| Scottish Fold / Oriental schwarz vom Züchter | 700–1.200 € |
| Grundausstattung (Napf, Katzenklo, Kratzmöbel, Spielzeug) | 100–300 € |
Laufende Kosten & Tierarzt
Gerade unvorhergesehene Erkrankungen oder Unfälle können die finanzielle Planung erheblich belasten. Eine Tierkrankenversicherung schafft hier Sicherheit und erlaubt es, medizinische Entscheidungen nach dem Wohl des Tieres – nicht nach dem Kontostand – zu treffen.
| Position | Kosten |
| Futter & Streu (monatlich) | ca. 50 € |
| Jährliche Vorsorgeuntersuchung + Impfungen | 100–150 € |
| Wurmkur & Flohprophylaxe (jährlich) | 40–70 € |
| Kastration beim Kater / Sterilisation bei einer Katze (einmalig) | 150–300 € |
| Zahnreinigung beim Tierarzt (nach Bedarf) | 150–400 € |
| Unvorhergesehene Behandlungen (Krankheit, Unfall) | 200–2.000 €+ |
Häufige Fragen
Welche Katzenrasse hat schwarzes Fell?
Schwarzes Fell ist kein Merkmal einer einzigen Rasse, sondern ein genetisches Farbmuster, das bei mehr als 22 Katzenrassen auftreten kann. Am häufigsten findet es sich bei der Europäisch Kurzhaar. Daneben können auch Maine Coon, Perser, Oriental, Scottish Fold, Ragamuffin und Britisch Kurzhaar ein vollständig schwarzes Fell tragen. Die einzige Rasse, bei der Schwarz als einzig zulässige Fellfarbe festgelegt ist, ist die Bombay.
Welche Katzenrassen gibt es in Schwarz?
Zu den bekanntesten Katzenrassen, die in Schwarz vorkommen können, zählen: Bombay (ausschließlich schwarz), Europäisch Kurzhaar, Maine Coon, Perser, Oriental, Scottish Fold, Britisch Kurzhaar und Ragamuffin. Die Cat Fanciers’ Association erkennt 22 Rassen mit schwarzem Fellstandard an.
Wie heißt die Rasse von schwarzen Katzen?
Es gibt keine Rasse, die ausschließlich als die schwarze Katzenrasse gilt. Die Bombay kommt diesem Konzept am nächsten: Sie wurde in den 1950er-Jahren in den USA gezüchtet und ist die einzige Rasse, bei der tiefschwarzes Fell – inklusive schwarzer Pfotenballen und Nasenspiegel – zwingend vorgeschrieben ist. Die meisten schwarzen Katzen sind jedoch Europäische Hauskatzen ohne Rasseabstammung.
Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen nur der allgemeinen Information und ersetzen keine Untersuchung oder Beratung durch einen Tierarzt.
Quellen:
https://www.zooplus.de/magazin/katze/katzenrassen/schwarze-katzenrassen?Farbe=Schwarz
https://benthamopenarchives.com/abstract.php?ArticleCode=TOVSJ-7-18
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