Kein Futter, sondern grüner Schleim: Was passiert beim Erbrechen von Galle?
Galle wird in der Leber produziert und im Dünndarm zur Fettverdauung abgegeben. Beim sogenannten duodenogastrischen Reflux gelangt sie jedoch zurück in den Magen. Dort reizt sie die Magenschleimhaut und kann Erbrechen auslösen.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Erbrechen zu den häufigsten Symptomen in der Katzenmedizin gehört und sehr unterschiedliche Ursachen haben kann. Die Spannweite reicht von zu hastigem Fressen, funktionellen Störungen bis zu systemischen Erkrankungen. Entsprechend wichtig ist es, das Symptom immer im Gesamtkontext zu beurteilen und eine genaue Diagnose zu erhalten.
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Typische Ursachen für gelbes oder grünes Erbrechen

Nicht jedes Erbrechen ist ein Grund zur Sorge. Es gibt unterschiedliche Gründe, die häufig vergleichsweise harmlos sind.
Häufige (eher harmlose) Ursachen:
- leerer Magen, insbesondere nach längeren Futterpausen
- kurzfristige Reizung der Magenschleimhaut
- hastiges Fressen
Expertenzitat: „Die häufigsten Ursachen für chronisches Erbrechen bei Katzen scheinen idiopathische entzündliche Gastritis oder Enteritis zu sein.“ (Batchelor DJ et al. (2013): Mechanisms, causes, investigation and management of vomiting disorders in cats: a literature review)
Mögliche krankhafte Ursachen:
- Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
- Parasiten
- allergische Reaktion
- Nieren- oder Lebererkrankungen
- Fremdkörper oder Darmverschluss
Gerade bei wiederkehrendem Erbrechen sollte immer auch an eine zugrunde liegende Krankheit gedacht werden.
Häufigkeit von täglichem Erbrechen laut Studien
Die Datenlage zur Häufigkeit ist begrenzt, liefert aber wichtige Hinweise:
- Etwa 1,3 % der Tiere leiden an chronischem Erbrechen.
- Die Häufigkeit nimmt mit zunehmendem Alter deutlich zu.
- Viele Fälle werden von Haltern unterschätzt oder nicht gemeldet.
Das bedeutet: Gelegentliches Erbrechen ist relativ häufig, chronisches Erbrechen hingegen betrifft eine kleinere, aber klinisch relevante Gruppe von Tieren.
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Erbrechen von gelber Flüssigkeit oder Schaum: Bilious Vomiting Syndrome (BVS)
Eine besondere Form ist das sogenannte Bilious Vomiting Syndrome. Dabei handelt es sich um ein funktionelles Problem im Magen-Darm-Trakt.
1. Der Magen bleibt über längere Zeit leer.
2. Galle fließt aus dem Dünndarm zurück.
3. Die Magenschleimhaut wird gereizt.
4. Die Katze erbricht gelbliche Flüssigkeit oder Schaum.
Typisch ist, dass das Erbrechen vorwiegend morgens auftritt und die Samtpfote ansonsten einen unauffälligen Allgemeinzustand zeigt. In wissenschaftlichen Beschreibungen wird dies häufig mit Störungen der Magen-Darm-Motilität in Verbindung gebracht.
Tipp von Santévet: Teilen Sie die tägliche Futtermenge in mehrere kleine Mahlzeiten auf. Eine zusätzliche Portion am späten Abend kann helfen, einen leeren Magen über Nacht zu vermeiden und biliöses Erbrechen zu reduzieren.
Wann sollten Sie zum Tierarzt?

Nicht jedes Erbrechen ist gefährlich, aber bestimmte Warnzeichen sollten Sie ernst nehmen:
- häufiges oder wiederkehrendes Erbrechen
- Appetitlosigkeit
- Gewichtsverlust
- Müdigkeit oder Schmerzen
- Blut im Erbrochenen
Diese Symptome können auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen und sollten zeitnah bei einem Tierarztbesuch abgeklärt werden.
Kosten laut GOT
| Leistung | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Allgemeine Untersuchung | 23 – 70 € |
| Blutuntersuchung | 50 – 150 € |
| Ultraschall | 60 – 200 € |
| Röntgen | 40 – 150 € |
| Endoskopie | 200 – 600 € |
Je nach Diagnose können zusätzliche Behandlungen erforderlich sein, wodurch die Kosten deutlich steigen können.
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Blut oder gleichzeitiger Durchfall: So erkennen Sie einen Notfall
Tritt beim Erbrechen Blut auf oder leidet Ihre Katze gleichzeitig unter Durchfall, ist besondere Vorsicht geboten. Blut im Erbrochenen kann auf Verletzungen, Entzündungen oder ernsthafte Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts hinweisen. Es könnte auch sein, dass Ihre Samtpfote giftige Pflanzen zu sich genommen hat. Kommt zusätzlich Durchfall hinzu, besteht zudem ein erhöhtes Risiko für Flüssigkeitsverlust und Kreislaufprobleme. In solchen Fällen sollten Sie nicht abwarten, sondern umgehend einen Tierarzt aufsuchen, um die Ursache schnell abklären und behandeln zu lassen.
Gibt es Hausmittel gegen Übelkeit?

Bei leichter Übelkeit können einfache Maßnahmen helfen, den Magen zu beruhigen. Dazu gehört vor allem, die Katze für einige Stunden nicht zu füttern und anschließend mit kleinen, leicht verdaulichen Portionen (z. B. spezielles Schonkostfutter) wieder zu beginnen. Auch mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt können den Magen entlasten und Galle-Erbrechen vorbeugen. Wichtig ist zudem, dass die Samtpfote jederzeit Zugang zu frischem Wasser hat.
Hausmittel sollten jedoch nur bei milden, kurzzeitigen Beschwerden eingesetzt werden. Hält die Übelkeit an oder tritt Erbrechen wiederholt auf, ist eine tierärztliche Abklärung notwendig, da auch ernsthafte Erkrankungen dahinterstecken können.
FAQ
Wann ist Erbrechen bei Katzen gefährlich?
Erbrechen wird gefährlich, wenn es regelmäßig auftritt oder von weiteren Symptomen wie Schwäche, Fieber oder Gewichtsverlust begleitet wird. In solchen Fällen kann eine ernsthafte Erkrankung vorliegen.
Ist das Erbrechen von Galle bei Katzen ein Notfall?
In den meisten Fällen nicht. Wenn Ihr Tier gelegentlich morgens Galle erbricht und ansonsten gesund wirkt, besteht meist kein akuter Notfall. Treten jedoch zusätzliche Symptome auf, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.
Warum erbricht meine Katze Galle?
Die häufigste Ursache ist ein leerer Magen. Dadurch kann Galle aus dem Dünndarm in den Magen zurückfließen und die Schleimhaut reizen. Auch Störungen der Magen-Darm-Bewegung oder Erkrankungen können eine Rolle spielen.
Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen nur der allgemeinen Information und ersetzen keine Untersuchung oder Beratung durch einen Tierarzt.
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Quellen:
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10816764/
https://www.researchgate.net/publication/332589348_Bilious_Vomiting_Syndrome
https://academy.royalcanin.com/en/veterinary/prevalence-of-chronic-gastrointestinal-signs-in-cats