CT-Untersuchung bei Katzen: Wann ist sie sinnvoll und was kostet sie?

Die Computertomographie (CT) ist ein hochmodernes bildgebendes Verfahren, das Tierärzten hilft, komplexe Erkrankungen bei Katzen präzise zu diagnostizieren. Doch wann ist ein CT-Scan wirklich notwendig? Und welche Kosten kommen auf Katzenbesitzer zu? Dieser Artikel erklärt, wie ein CT-Scan bei Katzen abläuft, welche Vorteile er bietet und worauf Sie bei der Vorbereitung achten sollten.

Das Wichtigste in Kürze (TL;DR)

  • Der CT-Scan (oder Computertomographie) ist eine bildgebende Untersuchung, bei der mithilfe von Röntgenstrahlen sehr detaillierte Schnittbilder des Katzenkörpers erstellt werden.
  • Er ist angezeigt bei Traumata, neurologischen Störungen, Verdacht auf Tumoren oder komplexen Atemwegserkrankungen.
  • Die Untersuchung erfordert fast immer eine Vollnarkose, damit die Katze vollkommen still liegt.
  • Der durchschnittliche Preis für einen CT-Scan bei Katzen in Deutschland liegt zwischen 400 und 900 €. In komplexen Fällen können die Gesamtkosten mehr als 1.000 € betragen.  

Was ist ein CT-Scan?

Ein CT-Scan (Computertomographie) ist ein bildgebendes Verfahren, das mithilfe von Röntgenstrahlen hochauflösende Querschnittsbilder des Körpers erstellt. Diese Bilder werden zu 3D-Modellen zusammengesetzt, sodass Tierärzte innere Strukturen wie Knochen, Organe und Weichteile präzise beurteilen können.

Wie funktioniert ein CT-Scan?

  1. Röntgenstrahlen durchdringen den Körper der Katze aus verschiedenen Winkeln.
  2. Detektoren messen die absorbierte Strahlung und senden die Daten an einen Computer.
  3. Der Computer erstellt daraus detaillierte Schnittbilder, die zu einer dreidimensionalen Darstellung, einem 3D-Modell, kombiniert werden können. 

Wann ist ein CT bei Katzen notwendig?

Der CT-Scan ist ein fortschrittliches Diagnosewerkzeug, das äußerst detaillierte Querschnittsbilder der inneren Anatomie Ihres Lieblings liefert und bei einem Hund ebenso zum Einsatz kommt wie bei einer Katze. Diese Bilder liefern präzise Informationen über Knochen, Weichteile, innere Organe und sogar bestimmte Blutgefäße. Dank der Fähigkeit des CTs, dreidimensionale Bilder zu liefern, können Tierärzte Bereiche des Katzenkörpers beurteilen, die mit anderen Techniken nicht leicht zugänglich oder sichtbar sind.

Warum sollte man bei einer Katze einen CT-Scan durchführen?

Ein CT-Scan wird empfohlen bei:

  1. Traumata (z. B. nach Unfällen, um innere Blutungen oder Knochenbrüche zu erkennen)
  2. Tumoren (Lokalisation, Größe und Ausbreitung von Geschwülsten)
  3. Neurologischen Störungen (z. B. bei Krampfanfällen oder Lähmungen)
  4. Atemwegserkrankungen (z. B. Lungentumoren oder chronische Infektionen)
  5. Herz- und Gefäßerkrankungen (z. B. angeborene Fehlbildungen)

Ein CT kann in vielen Situationen angezeigt sein. Im folgenden einige genaue Informationen zu den einzelnen Szenarien:

Beurteilung von Traumata

Bei schweren Traumata, wie einem Autounfall oder einem schweren Sturz, kann ein CT-Scan erforderlich sein, um das Ausmaß innerer Verletzungen zu beurteilen. Komplexe Frakturen (Schwanzfraktur, Beinfraktur, Beckenfraktur), innere Blutungen oder Organverletzungen lassen sich allein mit herkömmlichen Röntgenaufnahmen oft nur schwer diagnostizieren.

Diagnose von Tumoren

Der CT-Scan ist besonders nützlich, um Tumoren  bei Katzen zu erkennen und zu charakterisieren. Er ermöglicht es, eine Geschwulst genau zu lokalisieren und ihre Größe, Form und Ausdehnung zu bestimmen. Diese Genauigkeit ist entscheidend für die Planung einer Operation oder anderer Behandlungen wie der Strahlentherapie.

Neurologische Störungen

Wenn eine Katze neurologische Symptome wie Krämpfe, Verhaltensänderungen oder Lähmungen zeigt, kann ein Kopf-CT empfohlen werden. Damit lassen sich Hirnanomalien wie Tumoren, Blutungen oder angeborene Fehlbildungen erkennen.

Atemwegserkrankungen

Wenn eine Katze anhaltende oder schwere Atemwegsbeschwerden zeigt, kann ein CT-Scan der Lunge helfen, Erkrankungen wie Lungentumoren, schwere Infektionen oder strukturelle Anomalien wie Zwerchfellhernien zu erkennen.

Herz- und Gefäßerkrankungen

In bestimmten Fällen kann der CT-Scan zur Darstellung der Herz- und Gefäßstrukturen eingesetzt werden, insbesondere wenn andere Untersuchungen wie der Ultraschall nicht genügend Informationen liefern. Dies ist besonders hilfreich bei der Diagnose angeborener Herzfehlbildungen oder Aneurysmen

Zahn-, Kiefer- und Nasenerkrankungen 

Ein CT-Scan ist besonders zuverlässig, um versteckte Zahnprobleme, Kieferfehlstellungen, Entzündungen im Kopfbereich oder Erkrankungen der Nasennebenhöhlen aufzudecken.

Ein CT-Scan kann in vielen Situationen sinnvoll sein.

Wie hoch sind die durchschnittlichen Kosten für einen CT-Scan bei Katzen? 

In Deutschland liegen die Kosten für einen CT-Scan bei Katzen durchschnittlich zwischen 400 und 900 Euro. Der genaue Preis hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Komplexität der Untersuchung: Einfache Scans (z. B. eines Körperbereichs) sind günstiger als aufwendige 3D-Rekonstruktionen oder Untersuchungen mit Kontrastmittel.
  • Narkose und Überwachung: Da Katzen für die Untersuchung meist in Vollnarkose gelegt werden müssen, fallen zusätzliche Kosten für Anästhesie, Voruntersuchungen (z. B. Blutbild) und Nachsorge an.
  • Klinik und Standort: Spezialisierte Tierkliniken mit modernster technischer Ausstattung oder Universitätskliniken verlangen oft höhere Preise als allgemeine Tierarztpraxen. In Großstädten sind die Kosten tendenziell höher als in ländlichen Regionen.   

Kosten CT bei der Katze – vom Ganzkörper-Scan bis zum CT vom Kopf

Die Kosten für eine CT-Untersuchung (Computertomografie) bei Katzen richten sich nach der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT). Aber die Preise können je nach Umfang der Untersuchung und dem gewählten Abrechnungssatz (1-fach bis 3-fach) stark variieren.

Hier eine Übersicht der wichtigsten Posten:

  • CT eines Körperteils (z. B. Kopf):
    350 € (1-fach) bis 1.050 € (3-fach).
  • Ganzkörper-CT oder mehrere Körperteile:
    500 € (1-fach) bis 1.500 € (3-fach).

Zusätzliche Kosten können entstehen für:

  • Kontrastmittelverabreichung: ca. 15–39 €
  • Narkose und Überwachung (individuell, abhängig von Dauer und Aufwand)
  • Voruntersuchungen (z. B. allgemeine Untersuchung: 23–70 €)
  • Materialkosten (je nach Klinik)

Viele Tierkrankenversicherungen übernehmen einen Teil der Kosten – es lohnt sich, vorab die Erstattungsbedingungen zu prüfen! Die Santévet Katzenkrankenverischerung im Tarif "Cat Indoor" übernimmt bis zu 90 % der Kosten.

Tierarztkosten für andere bildgebende Untersuchungen

Hier finden Sie die durchschnittlichen Tierarztkosten für die wichtigsten bildgebenden Untersuchungen bei Katzen (in Deutschland, ungefähre Angaben).

Was kostet ein Ultraschall bei Katzen?

Der Preis für eine Ultraschalluntersuchung bei Katzen liegt in der Regel zwischen 80 und 200 Euro, je nach Klinik, untersuchtem Bereich und ob die Untersuchung von einem Spezialisten durchgeführt wird.

Kosten für eine Endoskopie

Die Endoskopie (Untersuchung des Verdauungs- oder Atmungstrakts mit einem Endoskop), die es beispielsweise ermöglicht, die Speiseröhre, den Magen oder die Bronchien zu betrachten und Proben zu entnehmen, ist ein komplexerer Eingriff. Die in Spezialkliniken üblichen Preise liegen oft zwischen 250 und 500 Euro, je nach Art der Endoskopie und den durchgeführten Biopsien sogar etwas darüber.

Was kostet Röntgen bei Katzen?

Für eine einfache Röntgenaufnahme (1 oder 2 Aufnahmen) liegt der aktuelle Durchschnittspreis in der Regel zwischen 80 und 150 Euro. Der Preis hängt von der Anzahl der erforderlichen Aufnahmen und der eventuellen Notwendigkeit einer Sedierung ab.

Was kostet ein MRT bei Katzen?

Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist eine hochspezialisierte Untersuchung, die oft in einer Tierklinik durchgeführt wird. Hier sind die Preise höher: Bei einigen Spezialisten starten die Preise bei 700 Euro und in bestimmten komplexen Fällen (mehrere Bereiche oder hochauflösende MRT in einer überweisenden Klinik) können sie mehrere Hundert bis über Tausend Euro betragen.

Tipp von Santévet: „CT-Scanner, MRT oder Ultraschall, dazu Anästhesie oder Nachsorge: Tierarztkosten können sich schnell summieren. Schützen Sie sich vor hohen Kosten, indem Sie eine Tierkrankenversicherung abschließen."

Kosten für eine Herzultraschalluntersuchung

Die Echokardiographie (Herzultraschall) ist eine spezifische Ultraschalluntersuchung des Herz-Kreislauf-Systems. Ihr Preis ist oft etwas höher als der einer klassischen Bauchultraschalluntersuchung, wobei die üblichen Kosten je nach Klinik und erforderlicher Fachkompetenz zwischen 150 und 300 Euro liegen,

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der CT-Scan eine bildgebende Untersuchung ist, die zur Unterstützung der Diagnose bestimmter schwerwiegender Erkrankungen bei Katzen empfohlen werden kann und die unter Narkose und oft in Spezialkliniken durchgeführt werden muss.

Tabelle Tierarzt-Kosten nach GOT 2025: Bildgebende Verfahren bei Katzen

Untersuchung

Kosten (€)

Computertomographie (CT)

400 – 900

Magnetresonanztomographie (MRT)

700 – 1.500

Ultraschalluntersuchung des Abdomens

80 – 200

Echokardiographie

150 – 300

Röntgen

80 – 150

Endoskopie des Verdauungstrakts

250 – 500

Allgemeine tierärztliche Konsultation

50 – 70

Standard-Blutuntersuchung

60 – 120

Großes Blutbild

80 – 200

Wie läuft ein CT-Scan bei Katzen ab?

Benötigt meine Katze unbedingt eine Narkose beim CT?

Für die Untersuchung mit einem CT-Scanner müssen Katzen in eine oberflächliche Narkose gelegt werden. Meist ist keine Injektionsnarkose nötig, sondern es genügt eine Inhalationsnarkose, oft nach einer sedierenden Prämedikation. Die Untersuchung selbst dauert nur wenige Minuten und ist daher auch bei Katzen mit erhöhtem Narkosesrisiko möglich. Die kurze Narkosedauer eignet sich auch gut für die Diagnostik vor notwendigen chirurgischen Eingriffen.

Aufgrund der genauen Darstellung komplizierter Frakturen ist sie sehr nützlich zur Operationsplanung. Auch Haarrisse (z. B. des Schädels), die im einfachen Röntgenbild nicht erkennbar sind, werden deutlich.

In der Unfalldiagnostik kann sicher festgestellt werden, ob Knochenbrüche, Blutungen (z. B. beim Schädel-Hirn-Trauma) oder innere Verletzungen vorliegen.
Da die Computertomographie in sehr kurzer Zeit durchgeführt werden kann, bringt sie vor allem bei polytraumatisierten Tieren (d. h. bei Verletzungen vieler Organe) einen schnellen und umfassenden Überblick über alle Schädigungen des Patienten, ohne diesen durch eine unnötig lange Narkosedauer zu belasten. 

Narkoserisiko vs. Nutzen: Was Katzenbesitzer wissen sollten

Ein CT-Scan erfordert bei Katzen fast immer eine Vollnarkose, da absolute Bewegungslosigkeit für präzise Aufnahmen entscheidend ist. Die Narkose birgt zwar Risiken – insbesondere bei älteren oder vorerkrankten Tieren –, doch der diagnostische Nutzen überwiegt in den meisten Fällen: Ein CT liefert hochauflösende Bilder, die Tumoren, innere Verletzungen oder neurologische Erkrankungen oft erst sichtbar machen. Vor dem CT-Scan wird die Katze gründlich untersucht (z. B. Blutbild, Herzfunktion), um das Narkoserisiko zu minimieren. Tierärzte empfehlen den Eingriff nur, wenn der gesundheitliche Nutzen klar überwiegt – etwa bei Verdacht auf lebensbedrohliche Erkrankungen oder zur OP-Planung.

Wie läuft ein CT-Scan bei Katzen ab?

CT-Scan bei der Katze Schritt-für-Schritt:

Ein CT-Scan bei Katzen ist ein fortschrittliches bildgebendes Verfahren, das in mehreren Schritten abläuft:

  1. Vorbereitung: Vor der Untersuchung mit dem CT-Scanner wird die Katze oft mehrere Stunden lang nüchtern gehalten, um die Risiken der Narkose zu minimieren. In der Regel wird eine prä-anästhetische Untersuchung der Katze durchgeführt, die eine körperliche Untersuchung und manchmal auch Blutuntersuchungen umfasst, um sicherzustellen, dass der Gesundheitszustand der Katze stabil genug ist, um die Narkose zu überstehen.
  2. Narkose oder Sedierung: Damit die Katze während der Untersuchung vollkommen still liegt, ist eine Vollnarkose für Katzen oder eine tiefe Sedierung erforderlich. Meist wird hierfür nach einer Prämedikation eine Inhalationsnarkose verwendet. Oft wird zusätzlich per Injektion ein Kontrastmittel verabreicht. Anschließend wird die Katze auf dem CT-Tisch positioniert. Die Narkosetiefe und die Vitalparameter werden kontinuierlich überwacht (Herzfrequenz, Atmung usw.).
  3. Positionierung und Bildaufnahme: Die Katze wird in die optimale Position gebracht, um klare Bilder des zu untersuchenden Bereichs zu erhalten, sei es der Kopf, der Brustkorb, der Bauch oder andere Körperteile. Der bewegliche Scannertisch gleitet langsam in den Ring des Geräts, wo Röntgenstrahlen um den Körper der Katze kreisen, um Querschnittsbilder aufzunehmen. Die Bildaufnahme erfolgt schnell und dauert in der Regel nur wenige Minuten. Die Bilder werden sofort von einem Computer verarbeitet, um Schnittbilder und, falls erforderlich, dreidimensionale Rekonstruktionen zu erstellen.
  4. Überwachung nach der Narkose: Nach der Untersuchung wird die Katze in einen Aufwachraum gebracht, wo sie bis zum vollständigen Erwachen überwacht wird. Die Tierärzte stellen sicher, dass die Katze sanft aus der Narkose erwacht und keine Komplikationen auftreten.
  5. Auswertung und Diagnose: Die gewonnenen Bilder werden von einem auf veterinärmedizinische Bildgebung spezialisierten Facharzt ausgewertet. Anschließend wird ein Bericht erstellt, um eine präzise Diagnose zu stellen und die mögliche Behandlung zu steuern. Der Besitzer der Katze wird über die Ergebnisse und gegebenenfalls die nächsten Schritte informiert.

Experten-Zitat: „In einer Studie mit 57 Katzen, die wegen einer Lungentumorerkrankung untersucht wurden, waren fast alle Tumoren (96 %) im CT sichtbar, was die hohe Sensitivität des CT bei bestimmten inneren Erkrankungen verdeutlicht." -(Aarsvold S, Reetz JA, Reichle JK et al., Computed tomographic findings in 57 cats with primary pulmonary neoplasia.)

Fazit

Ein CT-Scan ist ein wertvolles Diagnosewerkzeug, das in vielen Fällen lebensrettend sein kann. Allerdings sollten Besitzer die Kosten, Risiken der Narkose und Alternativen wie MRT oder Ultraschall abwägen. Eine Tierkrankenversicherung kann helfen, die finanziellen Belastungen zu reduzieren.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

1. Ist ein CT-Scan schmerzhaft für meine Katze?

Nein, die Katze spürt während der Untersuchung nichts, da sie unter Narkose steht. Allerdings kann die Narkose selbst Risiken bergen, weshalb eine gründliche Voruntersuchung wichtig ist.

2. Wie lange dauert ein CT-Scan?

Die eigentliche Bildaufnahme dauert nur 5–10 Minuten, aber Vorbereitung und Narkose verlängern den Aufenthalt auf etwa 1–2 Stunden.

3. Übernimmt die Tierkrankenversicherung die Kosten?

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Weitere Informationen zu Tierarztkosten finden Sie in diesen Artikeln:

Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen nur der allgemeinen Information und ersetzen keine Untersuchung oder Beratung durch einen Tierarzt.

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Quellen:

Computertomographie bei Heimtieren - Aus der Klinik für kleine Haustiere der Tierärztlichen Hochschule Hannover – Inaugural - Dissertation

https://tieraerzteverlag.at/vetjournal/bildgebende-diagnostik-lungentumore/

Leitlinie Anästhesiologische Versorgung bei Hund und Katze