Das Wichtigste in Kürze
- Die häufigsten Ursachen sind Ohrmilben (Ohrräude), Ohrenentzündungen, andere Parasiten und Allergien.
- Warnzeichen: dunkler Ohrenschmalz, unangenehmer Geruch, ständiges Kopfschütteln, rote Ohren, kahle Stellen oder blutige Kratzspuren.
- Bei anhaltenden Symptomen ist ein Tierarztbesuch unverzichtbar; eine regelmäßige Ohrenpflege beugt Rückfällen vor.
Warum kratzt sich meine Katze am Ohr?
Wenn Ihre Katze sich hinter den Ohren kratzt oder häufig den Kopf schüttelt, steckt selten eine harmlose Putzgewohnheit dahinter. Solche Beschwerden verschwinden nur selten von allein und weisen häufig auf eine zugrunde liegende Erkrankung hin, die Bakterien oder Pilze begünstigt.
Das Ohr der Katze besteht aus drei Abschnitten – Außenohr, Mittelohr und Innenohr –, und jeder davon kann betroffen sein. Eine Infektion verursacht nicht nur Juckreiz, sondern auch Schmerzen, was das intensives Kratzen erklärt. Hinzu kommen oft übel riechender Ausfluss, Rötungen oder ein muffiger Geruch aus dem Gehörgang der Katze. Welche Ursache infrage kommt, hängt vom betroffenen Bereich ab.
Tipp von SantéVet: Behandeln Sie Ohrenprobleme nicht auf eigene Faust. Ein Termin in der Tierarztpraxis ist Pflicht. Mit der Katzenkrankenversicherung von SantéVet erstatten wir Ihre Tierarztkosten – von der Untersuchung über Laboranalysen bis hin zu Operationen.
Ohrmilben (Ohrräude) bei der Katze
Ohrmilben gehören zu den häufigsten Auslösern, wenn sich eine Katze am Ohr kratzt. Ein Ohrmilbenbefall – auch Ohrräude oder Otodektose genannt – ist hochansteckend. Verantwortlich ist Otodectes cynotis, eine winzige parasiten von weniger als 0,5 mm, die sich von Ohrenschmalz und abgestorbenen Hautzellen im Gehörgang der Katze ernährt.
Ein Ohrmilbenbefall löst starkem juckreiz aus und führt zu typischen Symptomen:
- dunklen ohrenschmalz, krümelig wie Kaffeesatz, oft in beiden Ohren
- häufiges Kopfschütteln und Schiefhalten des kopfes
- Kahle stellen und Schuppen am Kopf, besonders bei kurzhaarigen Tieren
- Krusten, Wunden und manchmal bakterielle entzündung durch das intensives kratzen
In schweren Fällen breiten sich Ohrmilben auf Mittel- und Innenohr aus, in seltenen fällen sogar bis ins Gehirn. Ausführliche Tipps zu Erkennung und Therapie der Ohrmilben finden Sie in unserem Ratgeber zu Katzen Ohrmilben Mittel.
Woher kommen Ohrmilben bei Katzen?
Die Übertragung erfolgt meist durch direkten kontakt mit einer betroffene Katze, seltener über verunreinigte Decken, Bürsten oder Liegeflächen. Besonders gefährdet sind Freigänger, jüngeren katzen, Kitten sowie immungeschwächte Tiere.

Ohrenentzündung (Otitis) bei der Katze
Eine Ohrenentzündung kann durch Bakterien, Hefepilze, Zecken oder – wie oben beschrieben – Milben ausgelöst werden. Sie verursacht Juckreiz und weitere typische Anzeichen:
- Ihre Katze schüttelt häufig den Kopf und hält ihn schief.
- Sie kratzt sich anhaltend am Ohr oder am Hals, oft nur auf einer Seite.
- Aus dem Gehörgang der Katze tritt dunkler, übel riechender Ohrenschmalz, manchmal mit Eiter.
Greift die Otitis externa auf Mittel- oder Innenohr über, kommen Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Fieber, starke Schmerzen oder Gleichgewichtsstörungen hinzu. Eine zeitnahe medikamentösen behandlung mit Antiparasitika entzündungshemmende salben antibiotische Therapie verhindert Komplikationen.
Weitere Parasiten rund um die Katzenohren
Auch andere Parasiten reizen die Ohren der katze. Zu den häufigsten gehören:
- Läuse
- Flöhe
- Zecken
- Herbstgrasmilben
Eine konsequente Prophylaxe – meist alle drei Monate, bei Freigänger alle zwei Monate – schützt zuverlässig. Geeignete Präparate wie Spot-ons, Halsbänder oder Sprays erhalten Sie in der Tierarztpraxis. (10 bis 30 € pro Monat)
Allergische Reaktion bei Katzen
Allergien treten bei Katzen häufiger auf als gedacht. Die wichtigsten Formen einer allergische reaktion sind:
- Umweltallergien: Staub, Pollen, Schadstoffe, Sprays oder Reinigungsmittel.
- Insektenstichallergien: vor allem Flohbisse, manchmal Zecken.
- Futtermittelallergien: einzelne Inhaltsstoffe im Futter.
Neben dem Kratzen am Ohr zeigen sich oft Fellverlust, Erbrechen, Durchfall, Hautreizungen oder Atemwegssymptome wie Asthma. Lassen Sie diese Symptome immer beim Tierarzt abklären, damit die passende Therapie eingeleitet werden kann.

Fremdkörper im Gehörgang der Katze
Bei Freigängern verirren sich manchmal Grannen, Grashalme oder kleine Steinchen ins Ohr. Reizen sie das Trommelfell, entstehen heftige Schmerzen, und die Katze in der regel kratzt sich nur auf einer Seite. Schon das Berühren des ohrs ist dann sehr unangenehm. Hier hilft nur der Tierarzt: Er entfernt den Fremdkörper sicher und beugt einer Infektion vor.
Zyste oder Othämatom am Ohr
Eine Zyste im Gehörgang ist eine mit Flüssigkeit gefüllte Masse, die das Ohr verstopfen und dauerhaften Juckreiz auslösen kann. Je nach Befund entscheidet der Tierarzt über eine Punktion oder eine operative Entfernung.
Ein Othämatom hingegen ist eine Blutansammlung unter der Haut der Ohrmuschel, oft Folge von heftigem Kopfschütteln oder Kratzen. Mögliche Behandlungen sind:
- entzündungshemmende Medikamente ohne Operation
- Punktion zur Entlastung der Blutansammlung
- chirurgische Drainage unter Vollnarkose bei größeren Befunden (400 bis 800 €)
In jedem Fall sucht der Tierarzt zuerst die zugrunde liegende Ursache – meist eine Otitis externa oder ein Milbenbefall – und behandelt sie mit.
Wie erkenne ich Ohrmilben bei Katzen?
Verdächtige Anzeichen für einen Milbenbefall sind dunkler, krümeliger Ohrenschmalz, Rötungen am Innenohr und ein ständiges kratzen, das bis zu blutigen Kratzspuren führen kann. Auch Schorf außen am Ohr oder sichtbar dreckige Ohren sind Warnzeichen.
Den endgültigen Nachweis führt der Tierarzt: Mit dem Ohr mit einem Otoskop oder unter dem Mikroskop lassen sich Ohrmilben sicher von einer Hefepilzinfektion oder anderen Erkrankungen unterscheiden. (50 bis 120 €)
Schon gewusst? Otodectes cynotis ist mit bloßen auge kaum zu erkennen. Ein verdächtiger Befund auf Ohrmilben sollte deshalb immer in der Tierarztpraxis untersucht werden.

Wie kann ich Ohrenerkrankungen bei meiner Katze vorbeugen?
Ohrenprobleme sind bei der Samtpfote häufig, lassen sich aber mit vorbeugende maßnahmen reduzieren. Halten Sie die Ohren Ihrer Samtpfote sauber und trocken: Feuchtigkeit begünstigt Bakterien und kann zu einer Ohrenentzündung führen. Tupfen Sie die Ohren nach einem Bad oder einem Regenspaziergang gut ab.
Leidet Ihre Katze unter Hautallergien, sind die Ohren besonders empfindlich. Kontrollieren Sie sie regelmäßig und halten Sie sich an die vom Tierarzt verordnete Therapie. Eine regelmäßige ohrenpflege ist der beste Schutz – ergänzt durch eine gesunde ernährung mit wichtigen nährstoffen, die Haut und Immunsystem der Tiere stärken.
Katzenohren richtig reinigen
Eine wöchentliche oder zweiwöchentliche Sichtkontrolle der Ohren gehört zur Grundhygiene Ihrer Katze – genauso wie Zahn- oder Augenpflege. Bei sichtbaren Belägen in der Ohrmuschel verwenden Sie:
- eine spezielle, antiseptische und ceruminolytische Ohrenreinigungslösung für Tiere,
- einen feuchten tuch, ein Wattepad oder eine Kompresse.
Verzichten Sie auf Wattestäbchen: Sie können das Trommelfell verletzen und Schmutz tiefer in den Gehörgang schieben.
Beginnen Sie die Ohrenpflege schon im Kitten-Alter. So gewöhnt sich Ihre Katze früh an die Berührung und bleibt auch als ausgewachsenes Tier entspannt.
Was tun, wenn die Katze sich am Ohr kratzt?
Wie beschrieben, kann das Kratzen viele Ursachen haben – Allergien, eine Infektion mit Bakterien, Parasiten, Futterunverträglichkeiten oder Stress. Eine tierärztliche Diagnose ist deshalb unerlässlich. (30 bis 60 €)
Bis zum Termin können Sie Ihre Samtpfote unterstützen:
- Regelmäßig bürsten, um Haut und Fell sauber zu halten.
- Bei Bedarf ein mildes, katzengerechtes Shampoo verwenden.
- Antiparasitika konsequent erneuern: Spot-Ons, Halsbänder, Sprays oder Tabletten.
- Auf eine ausgewogene Ernährung mit wichtigen Nährstoffen achten.
Bleibt das Kratzen unbehandelt, drohen Wunden, weitere Hautinfektionen und neue Beschwerden.

Meine Katze kratzt sich blutig – was steckt dahinter?
Kratzt sich Ihre Katze blutig, kann auch Stress die Ursache sein. Häufige Auslöser sind Umzüge, ein neues Haustier, Familienzuwachs oder Tierarztbesuche. Anzeichen sind übermäßiges Putzen, Rückzug, unregelmäßiger Appetit oder Reizbarkeit.
Schaffen Sie ein ruhiges Umfeld mit Spielzeug, Kratzbaum und festen Ritualen. Anti-Stress-Produkte wie Pheromonzerstäuber oder beruhigende Snacks können ergänzen. Bei starkem Stress hilft eine Verhaltensberatung weiter.
Wunden am Ohr richtig versorgen
Bei einer oberflächlichen Wunde:
- Die Stelle vorsichtig mit lauwarmem Wasser oder Kochsalzlösung reinigen.
- Mit einem vom Tierarzt empfohlenen Mittel desinfizieren – kein Alkohol, keine farbigen Lösungen. (40 bis 100 €)
Bei einer tieferen Wunde ist ein Verband nötig, und Sie sollten umgehend in die Tierarztpraxis. Beobachten Sie den Heilungsverlauf und wechseln Sie den Verband regelmäßig.

Die Katze kratzt sich an Augen und Ohren
Sind Augen und Ohren gleichzeitig betroffen, liegen oft Parasiten, eine virale Infektion oder ein Pilz vor. Behalten Sie das Allgemeinbefinden im Blick und vereinbaren Sie einen Termin. Bis dahin lassen sich die Augen mit Kochsalzlösung und die Ohren mit einer geeigneten Reinigungslösung pflegen.
Warme Katzenohren – ein Grund zur Sorge?
Warme Ohren spiegeln meist nur die Körpertemperatur wider und sind ohne weitere Symptome harmlos. Da sie stark durchblutet sind, reagieren sie schnell auf Umgebung, Aktivität oder Aufregung.
Sind die Ohren jedoch deutlich heißer als gewöhnlich, gerötet oder geschwollen, kann das auf Fieber oder eine Infektion hindeuten. Fieber ist eine natürliche Abwehrreaktion, dauerhaft hohe Temperaturen gehören aber in tierärztliche Hände. Achten Sie zusätzlich auf Verhaltensänderungen, Appetitverlust oder vermehrten Durst – nur der Tierarzt stellt eine sichere Diagnose.
Kratzt sich Ihre Katze regelmäßig am Ohr, ist das selten harmlos. Beobachten Sie die Ohren aufmerksam, reinigen Sie sie behutsam mit geeigneten Produkten und reagieren Sie schnell bei Rötungen, Gerüchen oder Ausfluss. Im Zweifel gilt: lieber einmal zu viel in die Tierarztpraxis – Ihre Samtpfote dankt es Ihnen.