Das Wichtigste in Kürze (TL;DR)
- Schwarz-weiße Hunde gibt es in vielen Rassen – am bekanntesten sind Landseer und der weiß-schwarze Neufundländer, daneben Border Collie, Dalmatiner, Boston Terrier und manche Welsh Corgi.
- Das markante Fellmuster entsteht durch eine Veränderung am MITF-Gen, die Fachleute als „Scheckung“ oder „Piebald“ bezeichnen.
- Je nach Rasse liegen die Anschaffungskosten zwischen rund 800 € und 2.500 €, hinzu kommen laufende Tierarztkosten, die sich mit einer Hundekrankenversicherung absichern lassen.
Warum sind manche Hunde schwarz-weiß? Die Genetik hinter dem Fellmuster

Das schwarz-weiße Fellmuster wird in der Zucht als „Scheckung“ oder „Piebald“ bezeichnet. Es entsteht durch eine Veränderung am sogenannten MITF-Gen auf dem Hundechromosom 20. Dieses Gen steuert, wie sich pigmentbildende Zellen, die Melanozyten, während der Embryonalentwicklung im Fell verteilen. Wo die Melanozyten nicht hingelangen, bleibt das Fell weiß. Je nach Ausprägung der Genveränderung entstehen unterschiedliche Muster – von kleinen weißen Abzeichen an Brust und Pfoten bis zum überwiegend weißen Fell mit einzelnen dunklen Platten, wie es beim Landseer oder beim weiß-schwarzen Neufundländer typisch ist.
Expertenzitat: „Genetische Untersuchungen an Neufundländern und anderen Rassen zeigen, dass genau diese Veränderung am MITF-Gen für die weiß-schwarze Scheckung verantwortlich ist – und damit für eines der auffälligsten Fellmuster beim Hund überhaupt.“ — Rothschild et al. (2006), Animal Genetics; Baranowska Körberg et al. (2014)
Welche Hunderassen sind typischerweise schwarz-weiß?
Landseer und Neufundländer: Charakter und Herkunft
Der Landseer ist die wohl bekannteste schwarz-weiße Hunderasse überhaupt. Benannt nach dem britischen Tiermaler Sir Edwin Landseer, der im 19. Jahrhundert bevorzugt weiß-schwarze Neufundländer porträtierte, wurde die Rasse 1960 von der FCI unter der Standard-Nr. 226 offiziell als eigenständige Rasse anerkannt – getrennt vom Neufundländer. Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 72 bis 80 cm und ein Gewicht von bis zu 75 kg, Hündinnen sind mit 67 bis 72 cm und 50 bis 60 kg etwas kleiner. Charakteristisch ist das überwiegend weiße Fell mit schwarzem Kopf und großen schwarzen Platten auf dem Rumpf.
Der Landseer gilt als sanftmütig, ausgeglichen und sehr kinderlieb, benötigt aufgrund seiner Größe aber viel Platz und eine konsequente, liebevolle Erziehung. Seine Lebenserwartung liegt bei 8 bis 12 Jahren.

Der eng verwandte Neufundländer wird meist einfarbig schwarz oder braun gezüchtet, kommt laut Rassestandard aber auch in der weiß-schwarzen Variante vor. Mehr zu dieser kraftvollen Rasse, die erfahrene Hundehalter:innen benötigt, finden Sie in unserem Neufundländer-Hunderasseportrait.
Weitere schwarz-weiß gefleckte Hunderassen
- Border Collie: Häufig in der klassischen schwarz-weißen Scheckung, wobei laut Rassestandard die weiße Fellfarbe nie überwiegen darf. Als hochintelligenter Hütehund benötigt der Border Collie tägliche geistige und körperliche Auslastung.
- Dalmatiner: Die charakteristischen schwarzen Tupfen auf weißem Grund entwickeln sich erst ab der zweiten Lebenswoche. Mehr zu den athletischen Dalmatiner-Hunden finden Sie im Rasseportrait von Santévet.
- Boston Terrier: Der „American Gentleman“ trägt sein schwarzes oder „seal“-farbenes Fell mit weißer Blesse, weißer Brust und weißen Pfoten. Trotz des Namens ist er ein ruhiger, anpassungsfähiger Begleithund.
- Welsh Corgi: Bei der dreifarbigen Variante kommen oft ausgeprägte schwarz-weiße Abzeichen vor, meist ergänzt durch lohfarbene Akzente. Mit seinem Hütehund-Erbe ist der Welsh-Corgi lern- und bewegungsfreudig.
Auch andere Hunderassen wie die Französische Bulldogge oder der Siberian Husky können ein schwarz-weißes Fell haben.
Was kostet ein schwarz-weißer Hund wie der Landseer?
Die Kosten für Anschaffung und Haltung unterscheiden sich je nach Rasse und Größe erheblich. Am Beispiel des Landseers, der größte und teuerste der hier vorgestellten Rassen, zeigt sich, mit welchem Budget Halter realistisch rechnen sollten.
Anschaffungskosten
Ein Landseer-Welpe von einem seriösen, VDH-registrierten Züchter kostet in der Regel zwischen 1.500 € und 2.500 €. Kleinere schwarz-weiße Rassen sind etwas günstiger:
| Rasse | Größe | Durchschnittlicher Preis |
| Landseer | groß | 1.500 – 2.500 € |
| Border Collie | mittel | 800 – 2.000 € |
| Dalmatiner | mittel | 1.200 – 2.500 € |
| Boston Terrier | klein | 1.000 – 2.500 € |
Tierarztkosten ohne Versicherung
Als großer Hund ist der Landseer unter anderem anfällig für Hüft- und Ellbogendysplasie, Herzerkrankungen wie die Sub-Aorta-Stenose sowie Magendrehung. Ohne Versicherung können folgende Behandlungskosten anfallen:
| Behandlung | Geschätzte Kosten |
| Grundimmunisierung (jährliche Auffrischung) | 50 – 120 € |
| Hüftdysplasie-Untersuchung (Röntgen) | 80 – 200 € |
| Herzultraschall (Diagnostik Sub-Aorta-Stenose) | 150 – 300 € |
| Magendrehung (Notfall-OP) | 1.500 – 4.000 € |
Auch Hautreizungen und Juckreiz kommen bei hellen, wenig pigmentierten Fellpartien wie beim Landseer gelegentlich vor. Welche Antihistaminika für Hunde dann helfen können, erklären wir in einem separaten Ratgeber.

Unterhaltskosten für langes Fell und Steuern
Neben den Tierarztkosten fallen weitere laufende Ausgaben an:
| Position | Kosten pro Jahr |
| Fellpflege und Zubehör | 150 – 300 € |
| Hundehalter-Haftpflichtversicherung | 60 – 120 € |
| Hundesteuer (je nach Kommune) | 60 – 180 € |
Futterkosten für kleine und große Rassen
Bei einem Gewicht von bis zu 75 kg benötigt ein ausgewachsener Landseer deutlich mehr Futter als kleinere Rassen:
| Rasse | Futterkosten pro Monat |
| Landseer | 80 – 120 € |
| Border Collie/Dalmatiner | 35 – 55 € |
| Boston Terrier | 20 – 35 € |
Tipp von Santévet: Gerade bei großen Rassen wie dem Landseer können einzelne Behandlungen schnell mehrere Tausend Euro kosten. Mit einer Hundekrankenversicherung lassen sich Tierarztkosten bei Unfall und Krankheit zu einem hohen Prozentsatz erstatten.
Hundenamen für schwarz-weiße Hunde
Das markante Fellmuster inspiriert viele Namen, die auf die Farbkombination anspielen:
- Oreo
- Domino
- Panda
- Pinguin
- Zorro
- Diesel
- Whisky oder
- Smokey
sind bei schwarz-weißen Hunden besonders beliebt. Wer es klassischer mag, orientiert sich am Rassenamen selbst – „Landseer“ oder „Newfie“ sind gängige Spitznamen für die sanften Riesen.

Häufig gestellte Fragen
Zu welcher Rasse gehört ein schwarz-weißer Hund?
Es gibt keine einzelne Rasse, die als „der schwarz-weiße Hund“ gilt – das Fellmuster tritt bei vielen Rassen auf. Am bekanntesten sind der Landseer und der weiß-schwarze Neufundländer. Daneben neigen auch Border Collie, Dalmatiner, Boston Terrier und manche Welsh-Corgi-Linien zu ausgeprägten schwarz-weißen Zeichnungen.
Wie nennt man einen schwarz-weißen Hund?
Das Fellmuster selbst wird in der Zucht als „Scheckung“ oder „Piebald“ bezeichnet. Eine eigene Rasse mit diesem Namen gibt es nicht – allerdings ist „Landseer“ umgangssprachlich fast zum Synonym für den schwarz-weißen Riesen unter den Hunden geworden.
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine individuelle Beratung durch einen Tierarzt oder Züchter. Angaben zu Preisen und Kosten sind Richtwerte und können regional abweichen.
Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen nur der allgemeinen Information und ersetzen keine Untersuchung oder Beratung durch einen Tierarzt.
Quellen:
https://wamiz.de/hund/ratgeber/19454/das-sind-die-schoensten-schwarz-weissen-hunderassen
Rothschild, M.F. et al. (2006): Association of MITF with white spotting in Beagle crosses and Newfoundland dogs. Animal Genetics, 37(6), 606–607. DOI: 10.1111/j.1365-2052.2006.01534.x
Baranowska Körberg, I. et al. (2014): A Simple Repeat Polymorphism in the MITF-M Promoter Is a Key Regulator of White Spotting in Dogs. PLOS ONE, 9(8), e104363. DOI: 10.1371/journal.pone.0104363
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