Das Wichtigste in Kürze (TL;DR)
- Rotes Fell entsteht durch das Pigment Phäomelanin und tritt bei sehr unterschiedlichen Hunderassen auf – von großen Jagdhunden bis zu kleinen Begleithunden.
- Die Farbintensität reicht von zartem Rotblond beim Vizsla bis zum tiefen Kastanienrot des Irish Setters und wird von mehreren Genen gemeinsam gesteuert.
- Je nach Rasse liegen die Anschaffungskosten zwischen rund 500 € und 2.500 €, hinzu kommen laufende Tierarztkosten, die sich mit einer Hundekrankenversicherung absichern lassen.
Wie entsteht rotes Fell beim Hund? Die Genetik hinter der Farbe
Die Fellfarbe eines Hundes entsteht aus dem Zusammenspiel zweier Pigmente: dem schwarzbraunen Eumelanin und dem rötlich-gelben Phäomelanin. Welches Pigment ein Haar produziert, steuert hauptsächlich das Gen MC1R, in der Fachsprache auch „E-Locus“ genannt. Rassen mit einer bestimmten Genvariante an diesem Locus können ausschließlich Phäomelanin bilden und tragen deshalb ausnahmslos rotes bis gelbliches Fell. Der Irish Setter etwa ist für diese Variante reinerbig und daher immer rot.

Warum die Rottöne dabei so unterschiedlich ausfallen (von zartem Cremeblond bis zu dunklem Kupferrot), war lange nicht vollständig geklärt. Eine Studie der University of California, Davis, an Nova Scotia Duck Tolling Retrievern identifizierte dafür eine Kopienzahl-Variante nahe dem Gen KITLG, die die Pigmentverteilung entlang des Haarschafts beeinflusst: Je mehr Kopien ein Hund trägt, desto gleichmäßiger und intensiver verteilt sich das rote Pigment über die gesamte Haarlänge.
Expertenzitat: „Vieles ist über die Fellfarben von Hunden bekannt, aber unklar war bisher, warum Hunde mit denselben Varianten des MC1R-Gens unterschiedliche Rottöne zeigen.“ –Danika Bannasch, School of Veterinary Medicine, UC Davis, zitiert in Weich et al. (2020)
Zusätzlich beeinflusst das Gen ASIP (Agouti), wie stark rotes und schwarzes Pigment im selben Fell gemischt werden – etwa bei zobelfarbenen Rassen wie dem Rhodesian Ridgeback oder dem Vizsla, bei denen rötliches Grundfell mit dunkleren Haarspitzen kombiniert ist.
Welche Jagdhunde haben rotes Fell?
Besonders unter Vorstehhunden und Apportierhunden ist die Farbe Rot stark vertreten – hier vier bekannte Beispiele.
Irish Setter – der Klassiker unter den roten Jagdhunden
Der Irish Setter gilt als Inbegriff des roten Jagdhundes: Sein mittellanges, seidig glänzendes Fell zeigt eine besonders intensive kastanienrote Färbung, die als eine der kräftigsten Rottöne der Hundewelt gilt. Ursprünglich als Vorstehhund für die Jagd auf Federwild gezüchtet, benötigt dieser athletische, temperamentvolle Hund mindestens zwei Stunden Auslauf täglich. Trotz seines lebhaften Wesens zeigt er sich Kindern gegenüber geduldig, benötigt aber eine konsequente Erziehung.
Nova Scotia Duck Tolling Retriever – der kleine Fuchs unter den Apportierhunden
Der aus Kanada stammende Nova Scotia Duck Tolling Retriever – kurz „Toller“ – lockt Enten mit spielerischem Verhalten am Ufer an, bevor sein Jäger zum Schuss kommt. Sein leuchtend rotes bis orangerotes Fell, oft mit weißen Abzeichen, verleiht ihm eine fuchsähnliche Optik. Mit 17 bis 23 Kilogramm ist er handlicher als Labrador oder Golden Retriever und begeistert durch Wasserfreude und Lernbereitschaft.
Golden Retriever – der goldrote Familienhund
Der Golden Retriever wird meist in warmen Goldtönen gezüchtet, reicht laut Rassestandard aber auch bis zu einem satten, kupfrigen Rotgold – solange das Fell nicht zu dunkel ausfällt. Sein dichtes, wasserabweisendes Deckhaar mit welligen Fransen an Ohren, Beinen und Rute macht ihn zu einem der beliebtesten Familienhunde weltweit. Freundlich, geduldig und äußerst lernwillig, eignet er sich hervorragend als Begleit-, Rettungs- oder Blindenführhund.
Englischer Cocker Spaniel – der rote Schlappohr-Spaniel
Der Englische Cocker Spaniel wird unter anderem in den Farben Rot oder Gold gezüchtet und zeigt ein seidiges, mittellanges Fell mit ausgeprägter Befederung an Ohren, Brust und Läufen. Als munterer, anschmiegsamer Jagd- und Familienhund benötigt er regelmäßige Fellpflege, um Verfilzungen an den langen Ohren zu vermeiden. Seine freundliche, ausgeglichene Art macht ihn zu einem beliebten Begleiter für aktive Haushalte.
Welche mittelgroßen und großen Hunderassen sind rot?

Rhodesian Ridgeback – der Löwenhund mit Weizenfarbe
Der Rhodesian Ridgeback trägt ein zobelfarbenes Fell in rotblonder bis weizenroter Farbe, häufig ergänzt durch eine dunkle Gesichtsmaske. Namensgebend ist der Haarkamm entlang der Wirbelsäule, an dem das Fell entgegen der Wuchsrichtung steht. Ursprünglich in Südafrika zur Jagd auf Großwild eingesetzt, ist diese kraftvolle Wachhund-Rasse mit Schutzinstinkt heute vorwiegend ein selbstbewusster, loyaler Familienhund.
Australian Cattle Dog – der Red Heeler
Der rote Australian Cattle Dog, auch Red Heeler genannt, wird nahezu weiß geboren und entwickelt seine namensgebende Fellfarbe erst durch ein extrem dichtes Ticking – feine farbige Sprenkel, die das Fell aus der Nähe gesprenkelt, aus der Distanz orangerot wirken lassen. Als robuste australische Hunderasse benötigt er tägliche Auslastung und eignet sich vorwiegend für sportliche Halter.
Bloodhound – der rote Blutspürhund
Die meisten Bloodhounds sind schwarz-loh gezeichnet, doch es gibt auch Vertreter in reinem, rotem Zobel ohne dunkle Abzeichen. Dieser große, schwerknochige Spürhund mit legendärem Geruchssinn geht auf mittelalterliche Jagdhunde der belgischen Ardennen zurück und wird bis heute in der Rettungshundearbeit eingesetzt.
Welche kleinen Hunderassen tragen rotes Fell?
Dackel – feuerrot und dürrlaubfarbenes langes Fell
Einfarbig rotes Fell kommt bei allen Varietäten des Dackels vor – ob Kurzhaar-, Langhaar- oder Rauhaardackel. Beim Rauhaardackel wurde dieser Farbschlag früher auch „dürrlaubfarben“ genannt, in Anlehnung an vertrocknetes Herbstlaub. Zu verwechseln ist die Farbe gelegentlich mit braunen Dackeln mit lohfarbenen Abzeichen, die einen ähnlichen, aber technisch anderen Farbeindruck erzeugen.
In der VDH-Welpenstatistik belegt der Dackel seit über zehn Jahren Platz zwei der beliebtesten Hunderassen Deutschlands – mit knapp 4.800 registrierten Welpen im Jahr 2024 ist er damit einer der meistgezüchteten roten Hunde hierzulande.
Cavalier King Charles Spaniel – die Ruby-Farbvariante
Beim Cavalier King Charles Spaniel wird die einfarbig rote Fellvariante als „Ruby“ bezeichnet und soll laut Rassestandard möglichst leuchtend kastanienrot bis tiefrot ausfallen. Dieser anschmiegsame Begleithund verbindet die freundliche Ausstrahlung eines Spaniels mit der kompakten Größe eines Schoßhundes und eignet sich hervorragend für die Wohnungshaltung.
Zwergspitz – die klassische Fellfarbe Orangerot
Der Zwergspitz, auch Pomeranian genannt, wird am häufigsten in seiner klassischen Farbe Orangerot gezüchtet. Sein üppiges, aufrecht stehendes Deckhaar mit dichter Unterwolle verstärkt den Eindruck eines lebendigen Wollknäuels. Mit oft nur 1,5 bis 3,5 Kilogramm zählt er zu den kleinsten roten Hunderassen überhaupt, hat aber ein selbstbewusstes, wachsames Wesen.
Welche Spitz- und asiatischen Hunderassen sind rot?
Shiba Inu – der rote Japaner mit Fuchsgesicht
Der Shiba Inu zählt zu den bekanntesten roten Hunderassen Japans und wird in der Fellfarbe „Rot“ von den Farbschlägen Sesam und Schwarz-Loh unterschieden. Seine stark aufgehellte Unterseite an Brust, Bauch und Läufen lässt ihn besonders fuchsähnlich wirken. In sozialen Medien hat sich dieser kleine, eigenständige Spitz zu einem viralen Phänomen entwickelt.
Chow-Chow – der Löwenhund mit kupferrotem Fell
Die rote Fellvariante des Chow-Chow reicht von tiefem Kupfer bis zu goldenem Orange und verleiht dieser chinesischen Spitzrasse eine löwenähnliche Mähne um Kopf und Hals. Die blau-schwarze Zunge und die dunklen Augen sorgen für einen markanten Kontrast zum warmen Fellton.
Finnen-Spitz – Finnlands Nationalhund in Rotgold
Der Finnen-Spitz trägt ein rotes bis rotblondes Fell mit hellerer Unterwolle und wurde 1979 offiziell zum finnischen Nationalhund erklärt. Als passionierter Jagdhund auf Federwild verständigt er sich mit seinem Jäger über ein charakteristisches, präzises Bellen.
Akita Inu – nobler rotbrauner Riese aus Japan
Der Akita Inu zeigt ein dichtes Fell in Fuchsrot bis Weißcreme, teils ergänzt durch gestromte Abzeichen. Seine ruhige Ausstrahlung und zurückhaltende Art, Zuneigung zu zeigen, prägen den Ruf dieser japanischen Rasse als würdevoller, beschützender Familienhund.
Gibt es einen roten Husky?
Der klassische Sibirische Husky wird meist grau-weiß, schwarz-weiß oder rein weiß gezüchtet. Seltener, aber durchaus rassestandardkonform, ist die Farbvariante Kupfer beziehungsweise Rot: Diese Huskys zeigen ein rötlich-braunes Fell, oft kombiniert mit hellerer Unterwolle und bernsteinfarbenen Augen. Optisch erinnert der rote Husky in der Zeichnung stark an graue Artgenossen, unterscheidet sich aber deutlich in der Fellfarbe. Wer gezielt danach sucht, sollte bei Züchtern nach der Farbbezeichnung „Copper“ oder „Red“ fragen, da diese Nuance seltener angeboten wird als klassische Grautöne.
Wie pflegt man das Fell eines roten Hundes richtig?
Damit die leuchtende Fellfarbe erhalten bleibt, benötigt rotes Hundefell etwas mehr Aufmerksamkeit als andere Farbschläge:
- Regelmäßiges Bürsten – bei kurzhaarigen Rassen wöchentlich, bei langhaarigen Rassen wie dem Zwergspitz mehrmals pro Woche – entfernt lose Unterwolle und lässt das Fell gleichmäßig glänzen.
- Direkte, intensive Sonneneinstrahlung kann rotes Fell auf Dauer ausbleichen, weshalb schattige Ruhezonen im Garten sinnvoll sind.
- Eine ausgewogene Ernährung der Hunde mit ausreichend Zink, Kupfer und Omega-3-Fettsäuren unterstützt zusätzlich die natürliche Pigmentbildung und sorgt für ein kräftiges, gesundes Fellbild.
Bei Rassen mit Hängeohren wie dem Irish Setter oder dem Cavalier King Charles Spaniel gehört zudem eine regelmäßige Ohrenkontrolle zur Routinepflege dazu, da sich hier Feuchtigkeit und Schmutz leichter sammeln als bei Stehohren.
Was kostet ein roter Hund?
Anschaffungskosten für einen Welpen
Der Anschaffungspreis für einen roten Hund hängt stark von Rasse, Zuchtlinie und Nachfrage ab. Seltenere Rassen wie der Shiba Inu oder der Nova Scotia Duck Tolling Retriever liegen dabei oft über dem Preis etablierter Familienhunde wie dem Golden Retriever.
| Rasse | Durchschnittlicher Preis |
| Irish Setter | 1.200 – 2.000 € |
| Finnen-Spitz | 1.200 – 2.000 € |
| Englischer Cocker Spaniel | 1.500 – 2.500 € |
| Golden Retriever | 1.800 – 3.000 € |
| Nova Scotia Duck Tolling Retriever | 1.800 – 3.000 € |
| Shiba Inu | 2.000 – 3.500 € |
Tierärztliche Kosten ohne Versicherung
Unabhängig von der Fellfarbe fallen für Hunde regelmäßig tierärztliche Kosten an:
| Leistung | Geschätzte Kosten |
| Allgemeine tierärztliche Konsultation | 50 – 70 € |
| Notfallkonsultation am Wochenende | 80 – 150 € |
| Jährliche Impfung | 80 – 150 € |
| Entwurmung | 10–15 € pro Dosis |
| Äußere Antiparasitika | 20 €/Monat |
| Zahnsteinentfernung unter Narkose | 150 – 500 € |
Laufende Unterhaltskosten
| Position | Kosten pro Jahr |
| Fellpflege und Zubehör | 100 – 300 € |
| Hundehalter-Haftpflichtversicherung | 60 – 120 € |
| Hundesteuer (je nach Kommune) | 60 – 180 € |
Futterkosten
Neben dem Grundfutter greifen viele Halter roter Hunderassen zu ergänzenden Produkten, etwa bei empfindlicher Verdauung oder zur Unterstützung von Fell und Gelenken:
| Position | Kosten pro Monat | |
| Nahrungsergänzungsmittel | 10 – 100 € | |
| Therapeutisches Futter (bei Bedarf) | 50 – 120 € | |
Tipp von Santévet: Gerade bei größeren Rassen wie dem Golden Retriever oder dem Irish Setter können einzelne Behandlungen schnell mehrere Hundert Euro kosten. Mit einer Hundekrankenversicherung lassen sich Tierarztkosten bei Unfall und Krankheit zu einem hohen Prozentsatz erstatten.
Welche Namen passen zu einem roten Hund?
Die passende Namenswahl kann sich an Fellfarbe, Charakter oder Herkunft der Rasse orientieren:
| Name | Bedeutung |
| Rusty, Ginger, Cannelle | Anspielung auf den warmen Rotton |
| Phoenix, Apollo | Für Fans der Mythologie |
| Foxy, Renard | Anlehnung an die fuchsrote Fellfarbe |
| Copper, Ruby, Amber | Betont die edlen Fellreflexe |
Häufig gestellte Fragen
Am häufigsten wird der Zwergspitz mit dem sogenannten „Teddybär-Schnitt“ gemeint, bei dem das Fell rund um Kopf und Körper wie ein Plüschtier gestutzt wird. Besonders bei der orangeroten Fellfarbe verstärkt dieser Schnitt den Kuscheltier-Effekt. Auch manche Pudel-Mischlinge werden umgangssprachlich als „Teddybär-Hunde“ bezeichnet.
Zu den bekanntesten roten Hunderassen zählen Irish Setter, Golden Retriever, Englischer Cocker Spaniel, Nova Scotia Duck Tolling Retriever, Rhodesian Ridgeback, Dackel, Cavalier King Charles Spaniel (Ruby), Zwergspitz, Shiba Inu, Chow-Chow und Finnen-Spitz. Die Farbintensität reicht dabei von zartem Rotblond bis zu tiefem Kastanienrot oder Kupferton.
Zu den großen roten Hunderassen zählen der Irish Setter, der Rhodesian Ridgeback, der Chow-Chow sowie manche Vertreter des Australian Cattle Dog und des Bloodhound. Auch der Akita Inu erreicht in Fuchsrot beziehungsweise Rotbraun eine beachtliche Größe.
Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen nur der allgemeinen Information und ersetzen keine Untersuchung oder Beratung durch einen Tierarzt.
Quellen:
HundeFunde: Rothaarige Hunde – Über 37 rote Hunderassen, https://hundefunde.de/rote-hunderassen/
Veterinary Genetics Laboratory, UC Davis: MC1R including Mask, Grizzle, and Red/Cream (E Locus), https://vgl.ucdavis.edu/test/mc1r-dog
Weich, K. et al. (2020): Pigment Intensity in Dogs is Associated with a Copy Number Variant Upstream of KITLG. Genes, 11(1), 75. DOI: 10.3390/genes11010075
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